Studie: Selbst kochen könnte Demenzrisiko um bis zu 67 Prozent senken
Selbst kochen senkt Demenzrisiko laut Studie

Selbst kochen könnte Demenzrisiko deutlich reduzieren

Eine umfangreiche japanische Studie mit mehr als 10.000 Teilnehmern hat einen bemerkenswerten Zusammenhang zwischen regelmäßigem Selbstkochen und einem geringeren Demenzrisiko im Alter festgestellt. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Zubereitung von Mahlzeiten zu Hause positive Auswirkungen auf die kognitive Gesundheit haben könnte.

Langzeitstudie mit über 10.000 Senioren

Wissenschaftler des Instituts für Forschung in Tokio analysierten Daten von 10.978 Teilnehmern der „Japan Gerontological Evaluation Study“. Alle Probanden waren mindestens 65 Jahre alt und kamen im Alltag ohne fremde Hilfe bei grundlegenden Tätigkeiten wie Gehen, Baden oder Toilettengang aus. Zu Beginn der Studie füllten die Teilnehmer detaillierte Fragebögen zu ihren Kochgewohnheiten aus – von der Häufigkeit des Kochens bis hin zu ihren Fähigkeiten bei verschiedenen Zubereitungsmethoden.

Bis zu 27 Prozent geringeres Risiko

Über einen Beobachtungszeitraum von sechs Jahren zeigte sich ein deutlicher Trend: Senioren, die regelmäßig selbst kochten, erhielten später seltener eine Demenzdiagnose. Bei Männern war das Risiko um 23 Prozent niedriger, bei Frauen sogar um 27 Prozent. Besonders auffällig war der Effekt bei Personen mit nur einfachen Kochkenntnissen, die jedoch mindestens einmal pro Woche kochten – hier sank das Demenzrisiko um beeindruckende 67 Prozent im Vergleich zu Personen, die kaum oder nie kochten.

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Kognitive Anregung durch Kochen

Studienleiterin Dr. Yukako Tani erklärte dem Portal „Medical News Today“: „Dieses Ergebnis ist besonders interessant, da es darauf hindeutet, dass das Kochen an sich kognitive Anregungen und Lernmöglichkeiten bieten kann, die sich positiv auf die Gesundheit des Gehirns auswirken.“ Die Forscherin verwies dabei auf den 2020 Lancet Commission Report, der feststellte, dass etwa 40 Prozent der Demenzfälle durch Änderungen von Lebensstilfaktoren wie Ernährung und körperlicher Aktivität verhindert werden könnten.

Neurologe gibt differenzierte Einschätzung

Prof. Dr. Frank Erbguth, Universitätsprofessor für Neurologie an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Nürnberg, bestätigt die kognitive Herausforderung des Kochens. „Die Studie ist kein ausreichender Beleg für die These, dass Kochen vor Demenz schützt“, schränkt er jedoch ein. Erbguth erklärt: „Allerdings sind Personen, die selbst kochen, andere Personengruppen mit anderen Eigenschaften als Personen, die niemals oder selten kochen.“

Der Neurologe hält es für möglich, dass Kochen die sogenannte „kognitive Reserve“ verstärken könnte – einen geistigen Puffer, der es ermöglicht, länger geistig fit zu bleiben. Gleichzeitig betont er, dass kochende Personen wahrscheinlich auch in anderen Lebensbereichen einen gesünderen Lebensstil pflegen. Diese Gesamtheit an positiven Lebensstilfaktoren könnte dann eher das geringere Demenzrisiko erklären als das Kochen allein.

Kochen als Teil eines gesunden Lebensstils

Die Studie unterstreicht die Bedeutung von alltäglichen Aktivitäten für die kognitive Gesundheit im Alter. Während die Forschung keinen direkten kausalen Zusammenhang zwischen Kochen und Demenzprävention nachweisen kann, zeigt sie doch, dass regelmäßiges Selbstkochen mit einem deutlich reduzierten Demenzrisiko verbunden ist. Die Ergebnisse passen zu anderen Studien, die zeigen, dass geistig anregende Alltagsaktivitäten positive Effekte auf die Hirngesundheit haben können.

Die japanischen Forscher planen weitere Untersuchungen, um die genauen Mechanismen hinter diesem Zusammenhang besser zu verstehen. Bis dahin bleibt die Empfehlung: Regelmäßiges Kochen zu Hause könnte nicht nur für eine gesündere Ernährung sorgen, sondern auch die kognitive Gesundheit im Alter unterstützen.

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