Gunnar Schupelius: Zucker- und Fettsteuer ist ein Akt der Entmündigung der Bürger
Zucker- und Fettsteuer: Staatlicher Eingriff in Ernährung falsch

Zucker- und Fettsteuer: Ein falscher Weg zur gesunden Ernährung?

Die Nationale Akademie der Wissenschaften „Leopoldina“ in Halle hat eine kontroverse Forderung aufgestellt: Eine gesonderte Steuer auf Zucker und Fett in Lebensmitteln soll Verbraucher zu einer gesünderen Ernährung zwingen. Diese Maßnahme findet nun auch politische Unterstützung, nachdem der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (CDU), angekündigt hat, im Bundesrat eine entsprechende Initiative einzubringen.

Die Argumente der Wissenschaftler

Die Leopoldina-Wissenschaftler verweisen auf alarmierende Zahlen: Jede zweite Frau und zwei Drittel aller Männer in Deutschland sind übergewichtig oder sogar fettleibig. Sie sprechen von einer „Adipositas-Epidemie“, die dringend eingedämmt werden müsse. Als Gegenmaßnahme schlagen sie vor, gesunde Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte steuerlich zu begünstigen, während zucker- und fetthaltige Produkte höher besteuert werden sollen.

Die Problematik staatlicher Regulierung

Doch dieser Ansatz wirft grundsätzliche Fragen auf: Sollte es nicht eine private Entscheidung bleiben, was wir essen und wie viel? Übergewicht und Fettleibigkeit sind sicherlich das Problem der Überflussgesellschaft, aber bedeutet das automatisch, dass der Staat mit Steuern eingreifen muss?

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Die geplante Steuer zeigt zahlreiche Widersprüche auf. Warum sollte nur Zucker und Fett besteuert werden, wenn auch Salz in zu großer Menge gesundheitsschädlich ist? Viele Wurstprodukte sind übersalzen, gesalzene Butter oder gesalzene Erdnüsse wären dann ebenfalls zu besteuern. Selbst bei vermeintlich gesunden Lebensmitteln gibt es Unterschiede: Weintrauben, Bananen und Mangos enthalten sehr viel Zucker, während Himbeeren und Erdbeeren deutlich weniger aufweisen. Eine differenzierte Besteuerung würde zu einem kaum zu bewältigenden bürokratischen Aufwand führen.

Der Staat als Erzieher?

Die Regierung verwandelt den Staat immer weiter in einen Erziehungsstaat, der den Bürgern vorschreiben will, wie sie zu leben haben. Die Zucker- und Fettsteuer ist ein Akt der Entmündigung – selbst wenn ihre Befürworter die besten Motive haben. Es geht darum, Maß zu halten, und dieses Maßhalten muss der Staat dem mündigen Bürger überlassen. Kinder müssen den Umgang mit Ernährung von ihren Eltern und Erziehern lernen, nicht durch staatliche Steuerinstrumente.

Die Beispiele zeigen deutlich, dass der staatliche Eingriff in die Ernährung viel zu weit geht. Eine solche Regulierung birgt zu viele Widersprüche und setzt falsche Anreize. Statt mit Steuern zu bestrafen, sollte der Staat auf Aufklärung und Bildung setzen, die den Bürgern ermöglicht, informierte Entscheidungen zu treffen.

Die Zucker- und Fettsteuer mag gut gemeint sein, doch sie ist grundsätzlich der falsche Weg. Sie entmündigt die Bürger und untergräbt die persönliche Verantwortung für die eigene Gesundheit. In einer freien Gesellschaft muss die Entscheidung über die Ernährung bei den Menschen selbst liegen – nicht bei staatlichen Institutionen, die mit Steuermitteln das Verhalten lenken wollen.

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