Fitness-Trend Eierschalen: Gesundes Calcium oder gefährliches Risiko?
Ein Ei aufgeschlagen – und plötzlich landet ein Stück Schale im Teig. Für viele ein Ärgernis. Für manche ein echter Nährstoff-Kick. Auf Social Media knabbern Fitness-Influencer demonstrativ an leeren Eierschalen. Und auch Bodybuilding-Ikone Arnold Schwarzenegger mixt nach eigenen Angaben ein Ei samt Schale in seinen Proteinshake. Bleibt die Frage: Ist das gesund – oder riskant?
Eierschale liefert viel Calcium
Fest steht: Die Schale hat es in sich. Sie besteht zu etwa 95 Prozent aus Calcium. Und davon braucht der Körper reichlich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 1000 Milligramm pro Tag – so viel wie bei keinem anderen Mineralstoff. Calcium hält nicht nur Zähne und Knochen stabil. Es sorgt auch dafür, dass Blut gerinnt, Nerven Signale weiterleiten und Muskeln richtig arbeiten.
Viele erreichen Calcium-Zufuhr nicht
Laut der Nationalen Verzehrsstudie II erreichen 46 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen die empfohlene Zufuhr nicht. Besonders betroffen sind weibliche Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sowie ältere Erwachsene von 65 bis 80 Jahren. Heißt das also: öfter mal an der Eierschale knabbern?
Eine einzelne Eierschale enthält etwa zwei Gramm Calcium. Eine halbe Schale würde demnach bereits den täglichen Bedarf eines Erwachsenen decken. Das Calcium liegt als Calciumcarbonat vor. Diese Form wird häufig in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet und kann vom Körper gut aufgenommen werden.
Mineralstoffe und Eimembran im Blick
Neben Calcium stecken in der Schale auch Spuren von Kalium, Zink, Eisen und Kupfer. Allerdings in so geringen Mengen, dass sie kaum zur Bedarfsdeckung beitragen.
Spannend ist auch die dünne Eimembran direkt unter der Schale. Sie enthält unter anderem Kollagen und Hyaluronsäure. Beide sind wichtig für Knochen, Gelenke, Sehnen und Muskeln. Diese Stoffe finden sich aber generell in tierischen Eiweißquellen. Es muss also nicht zwingend die Schale sein.
Eierschale essen birgt Risiken
So verlockend der natürliche Calcium-Booster klingt – einfach hineinbeißen ist keine gute Idee. Die scharfen Kanten können Mund, Rachen und Speiseröhre verletzen.
Dazu kommt ein weiteres Risiko: Salmonellen. Sitzt ein Ei voller Keime, befinden sich diese auf der Schale – nicht im Inneren. Auch andere Verschmutzungen, Viren und Bakterien können außen haften. Schnell wird aus dem Nährstoff-Experiment eine Lebensmittelvergiftung.
So wird Eierschale verzehrfähig
Wer die Schale nutzen will, muss sie sorgfältig vorbereiten. Zuerst gründlich abspülen. Dann zehn bis 15 Minuten auskochen, um Keime zu reduzieren. Anschließend trocknen lassen und für 15 Minuten bei 100 Grad Umluft im Ofen erhitzen. Nach dem Abkühlen die Schalen im Mixer zu feinem Pulver mahlen. Dieses Pulver lässt sich in kleinen Mengen unter Speisen oder Getränke mischen.



