Chinesische Studie enthüllt: Optimale Balance zwischen Bewegung und Sitzen senkt Sterblichkeit
Studie: Richtige Bewegung-Sitzen-Balance senkt Sterberisiko

Die perfekte Balance: Studie zeigt optimale Mischung aus Bewegung und Sitzen

Wer im Alltag deutlich mehr sitzt als sich zu bewegen, erhöht sein gesundheitliches Risiko. Das ist mittlerweile allgemein bekannt. Doch eine neue Langzeitstudie aus China enthüllt nun einen überraschenden Befund: Auch extrem viel Bewegung bei minimaler Sitzzeit bringt offenbar keinen zusätzlichen gesundheitlichen Vorteil. Die richtige Mischung macht den entscheidenden Unterschied.

Langzeitbeobachtung mit über 10.000 Teilnehmern

Forscher der South China Normal University in Guangzhou und der Northeastern University in Shenyang begleiteten insgesamt 10.686 Erwachsene über einen durchschnittlichen Zeitraum von 11,6 Jahren. Die Wissenschaftler erfassten detailliert, wie viele Stunden pro Woche die Teilnehmer körperlich aktiv waren und wie viel Zeit sie sitzend oder liegend wach verbrachten.

Aus diesen Daten berechneten sie für jeden Probanden einen spezifischen Wert: Personen mit hoher Sitzzeit erhielten negative Werte, während sich viel bewegende Teilnehmer positive Werte zugewiesen bekamen. Bei einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Bewegung und Sitzen lag der Wert nahe null.

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U-förmige Beziehung mit klarem Optimum

Während des Beobachtungszeitraums verstarben 853 Personen, und 389 entwickelten Typ-2-Diabetes. Die Auswertung der Daten offenbarte eine eindeutige U-förmige Beziehung zwischen dem Bewegungs-Sitz-Verhältnis und den Gesundheitsrisiken.

Sowohl sehr niedrige Werte – also übermäßig viel Sitzen – als auch extrem hohe Werte waren mit erhöhten Gesundheitsrisiken verbunden im Vergleich zum optimalen mittleren Bereich. Die beste Bilanz zeigten jene Teilnehmer, die sich etwas mehr bewegten, als sie saßen – allerdings ohne extreme Ausprägungen.

In dieser Gruppe mit der idealen Balance lag das Sterberisiko um bemerkenswerte 35 Prozent niedriger als bei Teilnehmern mit deutlich mehr Sitzzeit als Bewegung. Das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, reduzierte sich sogar um 39 Prozent.

Mehr Bewegung ist nicht automatisch besser

Betrachtete man zunächst ausschließlich das Verhältnis von Bewegung zu Sitzen, zeigte sich, dass mehr Bewegung im Vergleich zum Sitzen mit einem durchschnittlich etwa 23 Prozent niedrigeren Sterberisiko verbunden war. Als die Forscher jedoch zusätzliche Einflussfaktoren in ihre Analyse einbezogen, verschwand dieser gleichmäßige Abwärtstrend.

Auffällig blieb: Sehr hohe Aktivitätswerte boten keinen zusätzlichen Vorteil gegenüber dem optimalen mittleren Bereich. Mehr Bewegung war also nicht automatisch mit besserer Gesundheit gleichzusetzen. Die Wissenschaftler können nicht mit Sicherheit sagen, warum dies der Fall ist. Sie vermuten jedoch, dass der menschliche Körper offenbar am besten mit einer ausgewogenen Mischung aus Aktivität und notwendigen Pausen zurechtkommt.

Robuste Ergebnisse trotz verschiedener Einflussfaktoren

Die zentrale Beobachtung der Studie blieb auch unter Berücksichtigung zahlreicher weiterer Faktoren bestehen. Selbst nach Anpassung für Alter, Geschlecht, Schlafdauer, Bildungsniveau und Alkoholkonsum zeigte sich das gleiche Muster: Die optimale Balance zwischen Bewegung und Sitzen bietet den größten gesundheitlichen Nutzen.

Wichtig zu beachten ist, dass die in der Fachzeitschrift „Sports Medicine and Health Science“ veröffentlichte Studie zwar klare Zusammenhänge aufzeigt, jedoch keine kausalen Ursache-Wirkungs-Beziehungen belegt. Die Ergebnisse liefern dennoch wertvolle Erkenntnisse für die Gestaltung eines gesundheitsförderlichen Alltags.

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