Vitamin-D-Mangel erkennen: Gefährliche Folgen für alle Altersgruppen
Vitamin-D-Mangel: Symptome und Risiken für alle Altersgruppen

Vitamin-D-Mangel erkennen: Die gefährlichen Folgen für Körper und Gesundheit

Vitamin D ist für den menschlichen Organismus von entscheidender Bedeutung. Ein Mangel an diesem lebenswichtigen Nährstoff kann schnell zu erheblichen Beschwerden führen und die Gesundheit nachhaltig beeinträchtigen. Die Calciferole, wie Vitamin D fachlich bezeichnet wird, gehören zu den fettlöslichen Vitaminen, die der Körper speichern und bei ausreichender Sonneneinstrahlung sogar selbst produzieren kann.

Wer jedoch zu viel Zeit in geschlossenen Räumen verbringt, produziert aufgrund fehlender Sonnenstrahlen nur geringe Mengen an Vitamin D. Wenn die eigene Produktion und die Zufuhr von außen nicht mehr ausreichen, sind die Vitamin-D-Reserven rasch erschöpft und ein Mangel entsteht. Dieser macht sich durch charakteristische Symptome bemerkbar, die je nach Altersgruppe variieren können.

Die vielfältigen Funktionen von Vitamin D im Körper

Am bekanntesten ist die Wirkung von Vitamin D auf den Knochenbau. Es fördert den Einbau von Kalzium in die Knochen und sorgt so für deren Gesundheit und Stabilität. Doch Vitamin D übernimmt im Körper noch zahlreiche weitere essentielle Aufgaben, sodass ein Mangel sich schnell negativ auf das Wohlbefinden auswirken kann.

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Laut der Gesellschaft für angewandte Vitaminforschung (GVF) ist Vitamin D nicht nur für den Erhalt von Knochen und Zähnen relevant, sondern spielt auch eine zentrale Rolle für die Muskelfunktion, ein leistungsfähiges Immunsystem und die Regulation des Calcium-Spiegels. Es scheint zudem für den Nervenstoffwechsel bedeutsam zu sein und ist deshalb auch für die psychische Gesundheit ein wichtiges Vitamin.

Besonders lebensnotwendig ist Calcitriol, die biologisch aktive Form des Vitamin D3. "Fehlt es oder haben wir dauerhaft zu viel davon, macht das ernsthaft krank", betont Stoffwechselexpertin und Internistin Helena Orfanos-Boeckel in ihrem Ratgeber "Nährstofftherapie".

Wann liegt ein Vitamin-D-Mangel vor?

Der Vitamin-D-Spiegel im Körper wird anhand der Blutwerte bestimmt, wobei das 25-Hydroxyvitamin-D ausschlaggebend ist. Ein einmalig niedriger Wert muss nicht sofort Besorgnis erregen, da das Robert Koch-Institut (RKI) darauf hinweist, dass der Vitamin-D-Wert starken saisonalen Schwankungen unterliegt.

Erst wenn der Körper über einen längeren Zeitraum, beispielsweise im Winter, kein Vitamin D produzieren konnte und sich deutliche Symptome zeigen, spricht man von einem Mangel. Die wissenschaftlichen Meinungen zu den genauen Grenzwerten divergieren jedoch.

Kai-J. Lüthgens vom Labor Enders sieht bereits Werte unter 20 Nanogramm pro Milliliter als Mangel an, während das RKI hier noch von einer "suboptimalen Versorgung" spricht. Ein schwerer Vitamin-D-Mangel liegt bei allen Werten unter 10 Nanogramm pro Milliliter vor und kann ernste Konsequenzen haben. Helena Orfanos-Boeckel empfiehlt einen Spiegel von über 30 Nanogramm pro Milliliter und bezeichnet Werte zwischen 50 und 70 Nanogramm als gesunde Zielwerte. Das RKI hingegen stuft Blutwerte über 50 Nanogramm bereits als mögliche Überversorgung ein.

Symptome bei Kindern und Jugendlichen

Vitamin D ist für den Aufbau von Knochen und Zähnen sowie für ein leistungsfähiges Immunsystem unerlässlich. Ein dauerhafter Mangel kann bei Kindern zu schwerwiegenden Symptomen führen. So kann ein schwerer chronischer Mangel eine Rachitis auslösen, eine Krankheit, bei der die Knochensubstanz geschwächt wird und sich die Beine der Kinder stark verformen können – es entstehen O- oder X-Beine. Auch eine Verkrümmung der Wirbelsäule ist möglich.

Neben Rachitis nennt das RKI weitere Symptome bei Kindern und Jugendlichen:

  • Störungen des Knochenwachstums
  • verringerte Muskelkraft
  • Muskelschwäche
  • Muskelkämpfe
  • höhere Infektanfälligkeit

Symptome bei Erwachsenen

Auch bei erwachsenen Menschen kann ein langanhaltender Vitamin-D-Mangel gesundheitliche Folgen haben. Laut dem RKI können bei Erwachsenen folgende Symptome auftreten:

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  • Knochenschmerzen
  • Verformungen der tragenden Knochen
  • Muskelschwäche
  • Kraftminderung

Symptome bei Senioren

Bei älteren Menschen kann ein langfristiger Vitamin-D-Mangel laut der GVF zu Osteopenie (geringe Knochendichte) oder Osteoporose (Knochenschwund) beitragen. Als Folge kann es häufiger zu Knochenbrüchen kommen – selbst bei nur leichten Erschütterungen.

Laut dem MSD Manual benötigen ältere Menschen höhere Mengen an Vitamin D als jüngere, da ihre Haut nicht mehr so viel Vitamin D produziert, selbst bei regelmäßigem Aufenthalt im Freien.

Wer sollte seinen Vitamin-D-Wert messen lassen?

Menschen mit chronischen Erkrankungen im Verdauungstrakt oder mit Leber- oder Nierenerkrankungen sollten regelmäßig ihren Vitamin-D-Spiegel untersuchen lassen. Bestimmte Medikamente, wie Antiepileptika oder Zytostatika, können den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinträchtigen.

Laut RKI gehören nicht nur Menschen mit bestimmten Krankheiten zur Risikogruppe, sondern auch:

  • Personen, die sich nur selten im Freien aufhalten
  • Menschen, die ihre Haut aus religiösen oder kulturellen Gründen bedecken
  • Personen mit dunkleren Hauttypen, die wenig UV-empfindlich sind

Symptome einer Vitamin-D-Überdosierung

Bei einer akuten Vitamin-D-Überdosierung können laut dem MSD Manual folgende Symptome auftreten:

  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwächegefühl
  • Nervosität
  • Bluthochdruck

Bei einer Vitamin-D-Überdosierung wird der Arzt empfehlen, die Vitamin-D-Tabletten abzusetzen. Eine ausgewogene Versorgung ist somit entscheidend für die Gesundheit aller Altersgruppen.