Wechseljahre: Woran erkenne ich den Beginn?
Ist es das schon? Oder nicht? Viele Frauen stehen vor dieser Frage, wenn sie erste körperliche oder emotionale Veränderungen bei sich bemerken. Die Unsicherheit, ob es sich bereits um den Beginn der Wechseljahre handelt, ist völlig normal und weit verbreitet. Eine erfahrene Gynäkologin aus Hamburg erklärt, warum diese Phase oft nicht eindeutig ist und auf welche Signale des Körpers Frauen achten sollten.
Perimenopause, Menopause und Wechseljahre: Die Unterschiede
Ab einem Alter von etwa 40 Jahren beginnt für viele Frauen die sogenannte Perimenopause. Diese Phase bezeichnet den Beginn der Wechseljahre bis zur letzten Regelblutung. Die Menopause wird in der Medizin erst im Rückblick festgestellt, nämlich dann, wenn seit zwölf Monaten keine Blutung mehr aufgetreten ist. Im Anschluss folgt die Postmenopause als letzte Phase. Der Überbegriff Wechseljahre umfasst die gesamte hormonelle Übergangszeit, die durchschnittlich fünf bis acht Jahre dauert, wie das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit auf seinem Frauengesundheitsportal angibt.
Typische Anzeichen für den Beginn der Wechseljahre
Die Gynäkologin Katrin Schaudig nennt mehrere klare Indikatoren, die auf den Start der Wechseljahre hindeuten können:
- Ein unregelmäßiger Zyklus: Besonders bei Frauen, die bisher einen regelmäßigen Zyklus hatten, ist dies ein wichtiger Hinweis.
- Schlafstörungen: Vor allem dann, wenn man bislang problemlos durchschlafen konnte.
- Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit: Plötzliche emotionale Veränderungen können ein Signal sein.
- Niedergeschlagenheit und Erschöpfung: Viele Frauen berichten von anhaltender Müdigkeit.
- Depressive Verstimmungen: Auch diese können im Zusammenhang mit den Wechseljahren auftreten.
Interessanterweise beginnen klassische Symptome wie Hitzewallungen oft erst, wenn die Regelblutung bereits ausgeblieben ist. Jede Frau erlebt die Wechseljahre anders, was die Einschätzung zusätzlich erschwert.
Individuelle Verläufe und der Weg zu mehr Klarheit
Etwa ein Drittel aller Frauen bemerkt während der Perimenopause kaum oder gar keine Symptome. Ein weiteres Drittel hat Beschwerden, die gut beherrschbar sind, während das restliche Drittel teils starke Beeinträchtigungen erlebt. Um die eigene Situation besser einordnen zu können, rät Schaudig zum Gespräch mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt. Allerdings stellt sie fest, dass viele Betroffene die ersten Anzeichen zunächst nicht richtig einordnen können. Es erfordert ein genaues Hinhören auf den Körper und die Frage, ob die verschiedenen Symptome zusammenpassen.
Die Wechseljahre sind eine natürliche Lebensphase, die jede Frau durchläuft. Die Unsicherheit am Anfang ist normal, doch mit ärztlicher Beratung und Aufmerksamkeit für die eigenen Körpersignale lässt sich der Übergang besser verstehen und begleiten.



