LUP-Kliniken schließen Orthopädie und Chirurgie in Crivitz: Neustrukturierung mit Zentrum für Alterstherapie
LUP-Kliniken schließen Orthopädie und Chirurgie in Crivitz

LUP-Kliniken schließen Orthopädie und Chirurgie in Crivitz: Neustrukturierung mit Zentrum für Alterstherapie

Im Zuge einer umfassenden Neustrukturierung der medizinischen Angebote schließen die LUP-Kliniken den Fachbereich Orthopädie sowie die Allgemein- und Unfallchirurgie im Krankenhaus am Crivitzer See. Dies gab die Klinikleitung am Dienstag offiziell bekannt und beendete damit monatelange Spekulationen. Geschäftsführer Alexander M. Gross und Ärztlicher Direktor Matthias Endler betonten, dass die Neuausrichtung an den drei Standorten Ludwigslust, Hagenow und Crivitz notwendig sei, um sich zukunftssicher aufzustellen und die Versorgungsangebote besser abzustimmen.

Bundespolitische Rahmenbedingungen erzwingen Veränderungen

Die Neuausrichtung sei aufgrund bundespolitischer Rahmenbedingungen zur Krankenhauslandschaft unausweichlich, erklärte Geschäftsführer Gross. „Wir stehen zu allen drei Kliniken und wollen alle drei weiterentwickeln. Deswegen müssen wir die Strukturen überprüfen, standortübergreifend arbeiten und unsere Leistungen bündeln.“ Vom Bund wurden Leistungsgruppen definiert, denen man aktuell in Crivitz nicht gerecht werden könne. „Die Orthopädie muss eine Notaufnahme haben, in der drei Fachärzte mit zusätzlicher notfallmedizinischer Ausbildung arbeiten. Das kann Crivitz nicht vorhalten“, so Ärztlicher Direktor Endler.

Personelle Auswirkungen und Investitionen

Vom Wegfall der Abteilung sind etwa 50 bis 70 der insgesamt rund 200 Mitarbeiter am Standort Crivitz betroffen. „Das bedeutet nicht, dass sie gehen müssen. Sie können innerhalb der Stationen in Crivitz wechseln oder auch innerhalb der Häuser“, so Endler. Allerdings seien weitere Kündigungen seitens der Mitarbeiter nicht auszuschließen. Bereits Anfang des Jahres hatten der Chefarzt, der leitende Oberarzt sowie ein weiterer Oberarzt der chirurgisch-orthopädischen Abteilung ihre Kündigung eingereicht. Gross bestätigte, dass zum 31. März zwei Ärzte und zum 31. Mai ein weiterer Kollege das Haus verlassen werden, während ein Arzt bereits nach Hagenow gewechselt ist.

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Zur Neustrukturierung gehören auch Investitionen, wie beispielsweise im neuen Herzkatheterlabor im Krankenhaus Ludwigslust. Am Dienstag und Mittwoch sollen alle Mitarbeiter der drei Standorte über die Neuausrichtung informiert werden.

Neue Schwerpunkte: Alterstherapie und sektorübergreifende Versorgung

In Crivitz soll zukünftig ein Zentrum für Alterstherapie entstehen, wie Matthias Endler erklärte. „Das wird ein Alleinstellungsmerkmal in der Region sein. Unsere neue Chefärztin Dr. med. Meryem Gülfirat bringt eine große Expertise mit und ist sehr motiviert, dieses geriatrische Zentrum mit aufzubauen.“ Außerdem befinde man sich im Antragsverfahren für eine Kurzzeitpflege mit bis zu 20 Plätzen, so Gross.

Die Innere Medizin und die Radiologie am Klinikum am Crivitzer See bleiben erhalten. Auch ambulante Operationen werden weiterhin möglich sein. Die Notfallversorgung wird zukünftig nur noch über die Krankenhäuser in Hagenow und Ludwigslust sichergestellt. Patienten mit leichteren oder nicht lebensbedrohlichen Notfällen werden in Crivitz vor Ort versorgt und bei Bedarf in die Schwester-Kliniken weitergeschickt.

Bündelung der Fachbereiche an anderen Standorten

Die orthopädische Versorgung wird künftig vollständig am Standort Hagenow gebündelt. „Ebenso die Traumatologie, die wir mit der Autobahn vor der Tür auch genau dort brauchen“, so Endler. In Ludwigslust werden alle komplexeren Eingriffe der Allgemeinchirurgie durchgeführt. „Die Chirurgie bleibt aber trotzdem auch in Hagenow erhalten. So bleiben wir flexibel und auch unsere Ärzte können in beiden Häusern operieren“, erklärte Endler weiter.

Am Standort Crivitz soll in den kommenden Monaten ein sektorübergreifendes Versorgungsmodell etabliert werden, um ambulante und stationäre Leistungen vor Ort zusammenzubringen. „Dafür wollen wir unter anderem das Angebot für Physio- und Ergotherapie vor Ort ausbauen“, so Gross. „Wir wollen die Gesundheitsversorgung vor Ort nachhaltig sichern, und dafür brauchen wir moderne Strukturen und klare Schwerpunkte in allen Häusern.“

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Kurzfristige Umsetzung geplant

Zwar werden die Leistungsgruppen des Bundes voraussichtlich erst Ende des Jahres herausgegeben. „Aber wir erwarten da jetzt keine großen Überraschungen und hoffen einfach, dass der bundespolitische Rahmen bald steht“, so der Geschäftsführer. Der Betriebsrat wurde bereits über den Transformationsprozess informiert und soll eng involviert werden. „Den genauen Zeitrahmen müssen wir noch mit dem Betriebsrat abklären, aber wir planen eine kurzfristige Umsetzung“, so Gross abschließend.