Digitales Organspende-Register: Über 500.000 Einträge nach zwei Jahren
Organspende-Register: 500.000 Einträge nach zwei Jahren

Digitales Organspende-Register verzeichnet mehr als 500.000 Einträge

Seit dem Start des zentralen Online-Registers zur Organspende vor zwei Jahren haben sich über eine halbe Million Menschen dort registriert und ihre Entscheidung zur Spendebereitschaft dokumentiert. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als Betreiber des Registers gab auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bekannt, dass aktuell rund 515.000 gültige Erklärungen vorliegen.

Hohe Zustimmung zur Organspende

Die Auswertung der Daten zeigt eine deutliche Tendenz: 82,3 Prozent der Registrierten haben einer Organentnahme nach ihrem Tod ohne Einschränkungen zugestimmt. Lediglich 8,5 Prozent haben einen Widerspruch hinterlegt. Weitere 6,3 Prozent schließen bestimmte Organe von einer Spende aus, während 1,9 Prozent eine Vertrauensperson benannt haben, die im Todesfall die Entscheidung treffen soll. Nur 1,0 Prozent möchten die Spende auf einzelne Organe beschränken.

Registrierung bleibt flexibel und kostenlos

Das Portal www.organspende-register.de ist seit dem 18. März 2024 online und ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern ab 16 Jahren, ihre Entscheidung zur Organspende digital zu dokumentieren. Die Angaben sind freiwillig, kostenlos und können jederzeit geändert oder gelöscht werden. Parallel bleiben traditionelle Papiererklärungen wie der Organspendeausweis weiterhin gültig.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die Registrierung ist über das Portal mit Smartphone oder Computer möglich, wobei ein Ausweis mit Online-Funktion benötigt wird. Alternativ bieten viele Krankenkassen Apps an, für die zuvor eine digitale Identität („GesundheitsID“) beantragt werden muss. Berechtigte medizinische Fachkräfte in Kliniken können unter strengen Voraussetzungen Auskünfte zu potenziellen Spendern abfragen.

Entwicklung und Herausforderungen

Nach dem ersten Jahr hatten sich etwa 280.000 Menschen im Register eingetragen, was auf ein stetiges Wachstum hinweist. Das Register ist ein Kernstück des 2020 vom Bundestag beschlossenen Gesetzes, das mehr Information und eine einfachere Dokumentation der Spendebereitschaft zum Ziel hat. Allerdings wurde eine wichtige Vorgabe des Gesetzes bisher nicht umgesetzt: die Einrichtung von Terminals in amtlichen Ausweisstellen für den Registereintrag.

Das Bundesgesundheitsministerium plant nun auf Bitten der Länder, diese Vorgabe durch eine Gesetzesänderung zu streichen. Diese Entwicklung zeigt, dass trotz des erfolgreichen Starts des digitalen Registers praktische Hürden bei der Umsetzung aller geplanten Maßnahmen bestehen.

In Deutschland warten derzeit mehr als 8.000 Menschen auf ein lebensrettendes Spenderorgan. Das digitale Register soll dazu beitragen, die Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und die Transparenz in der Transplantationsmedizin zu erhöhen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration