Ärzte warnen vor Millionen wegfallenden Terminen: Sparpläne der Regierung bedrohen Patientenversorgung
Ärzte warnen vor Millionen wegfallenden Terminen durch Sparpläne

Ärzte schlagen Alarm: Millionen Arzttermine durch Sparpläne gefährdet

Die deutsche Ärzteschaft warnt eindringlich vor den geplanten Sparmaßnahmen der Bundesregierung im Gesundheitswesen. Kassenärzte-Chef Andreas Gassen (63) prognostiziert massive Einschnitte in der medizinischen Versorgung von Patienten, sollten die angekündigten Honorarkürzungen umgesetzt werden. „Weniger Geld heißt weniger Leistung“, stellt Gassen unmissverständlich klar.

40 Millionen kostenlose Termine jährlich

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung verdeutlicht das Ausmaß der aktuellen Situation: „Fachärzte bekommen aktuell schon 15 Prozent der durchgeführten Termine nicht bezahlt. Das entspricht 40 Millionen kostenloser Termine pro Jahr.“ Diese Praxis der unentgeltlichen Behandlung werde sich nicht aufrechterhalten lassen. Gassen kündigt an: „Wir werden diese Termine im Laufe des Jahres deutlich abbauen. Gibt es auch noch Honorarkürzungen, werden noch mehr Angebote wegfallen.“

Hintergrund: Budgetgrenzen und kostenlose Behandlungen

Insgesamt führen Ärzte in deutschen Praxen jährlich fast 580 Millionen Behandlungen durch. Für Kassenpatienten unterliegen Fachärzte wie Dermatologen oder HNO-Ärzte festen Budgetgrenzen. Ist dieses Kontingent ausgeschöpft, erhalten die Mediziner keine weitere Vergütung. Dennoch behandeln viele Ärzte weiterhin Patienten – ohne Honorar und quasi umsonst. Diese Praxis könnte nun ein abruptes Ende finden.

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Finanzloch von 12 Milliarden Euro

Gesundheitsministerin Nina Warken (46, CDU) will am kommenden Montag ihre Sparpläne vorstellen. Hintergrund ist die Befürchtung eines Finanzlochs bei den Krankenkassen von 12 Milliarden Euro für das Jahr 2027. Die Ministerin sieht sich zum Handeln gezwungen, doch die Ärzteschaft warnt vor den Konsequenzen für Patienten.

Hausärzte fürchten Praxissterben

Auch die Hausärzte zeigen sich alarmiert. Obwohl für sie derzeit kein Kostendeckel gilt, warnt Hausärzte-Chef Markus Blumenthal-Beier (55) vor einem weiteren Praxissterben: „Wenn das jetzt zurückgedreht werden würde, dann hätte das ganz konkrete Folgen.“ In strukturschwachen Regionen würden sich viele Kollegen überlegen, ob sich ihre Praxis noch lohnt. „Die Konsequenz wäre, dass mehr Menschen keine Hausarztpraxis mehr finden würden, die sie versorgen kann“, so Blumenthal-Beier. Seine deutliche Warnung: „Wer bei den Hausarztpraxen spart, schießt sich selbst ins Knie.“

Vergleich mit Handyvertrag verdeutlicht Problem

Gassen zieht einen anschaulichen Vergleich: „Wer beim Handyvertrag nur 10 GB Datenvolumen kauft, damit es nicht so teuer wird, darf sich hinterher nicht beschweren, wenn das Streaming irgendwann abbricht.“ Wer behaupte, Einschnitte in der Vergütung hätten keinen Einfluss auf die Patientenversorgung, „hat entweder keine Ahnung oder sagt bewusst die Unwahrheit“.

Die Ärzte betonen ihre Bereitschaft, ihre Leistungen je nach Budget „nach oben oder auch nach unten anzupassen“. Die geplanten Sparmaßnahmen könnten somit direkt zu längeren Wartezeiten, weniger verfügbaren Terminen und eingeschränkter medizinischer Versorgung führen. Patienten müssten in Zukunft möglicherweise länger suchen oder weitere Wege in Kauf nehmen, um einen Arzt zu finden.

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