Salzlandkreis setzt Anwälte ein, um Millionen von Ameos in der Schweiz einzutreiben
Salzlandkreis lässt Ameos-Millionen in der Schweiz eintreiben

Salzlandkreis setzt Anwälte ein, um Millionen von Ameos in der Schweiz einzutreiben

Seit August 2025 hat der schweizerische Konzern Ameos mehrfach Fristen zur Zahlung der zweiten Kaufpreisrate für die Salzland-Kliniken verstreichen lassen. Jetzt ergreift der Salzlandkreis drastische Maßnahmen, um seine finanziellen Ansprüche durchzusetzen.

Hintergrund des langjährigen Zahlungsstreits

Vor 14 Jahren übernahm Ameos das Bernburger Krankenhaus, das damals noch in kommunaler Hand war. Trotz dieser langen Betriebszeit hat der Konzern den vollen Kaufpreis bis heute nicht beglichen. Im August 2025 bestätigte der Bundesgerichtshof (BGH) in einer höchstrichterlichen Entscheidung die Höhe der ausstehenden Summe, was die rechtliche Grundlage für die aktuellen Schritte bildet.

Nach Angaben der Kreisverwaltung ließ Ameos seitdem drei schriftliche Zahlungsaufforderungen verstreichen, ohne zu reagieren. Dies veranlasste Landrat Markus Bauer (SPD), zum letzten Mittel zu greifen, um die offenen Forderungen einzutreiben.

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Einsatz von Anwälten in der Schweiz

Am Montag unterzeichnete Landrat Bauer eine Vollmacht für eine beauftragte Züricher Anwaltskanzlei. Diese soll die offenen 3,8 Millionen Euro nebst Zinsen in der Schweiz, dem Hauptsitz der Ameos AG, zwangsvollstrecken lassen. Die Kreisverwaltung bestätigte entsprechende Informationen auf Anfrage und betonte die Dringlichkeit der Maßnahme.

Die Entscheidung, Anwälte in der Schweiz einzusetzen, unterstreicht die Entschlossenheit des Salzlandkreises, die finanziellen Verpflichtungen von Ameos durchzusetzen. Es handelt sich um einen ungewöhnlichen Schritt, der die Ernsthaftigkeit der Situation widerspiegelt.

Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung

Der Zahlungsstreit hat potenzielle Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung in der Region. Das Bernburger Krankenhaus, das seit 14 Jahren von Ameos betrieben wird, ist eine zentrale Einrichtung für die medizinische Versorgung im Salzlandkreis. Die offenen Millionen könnten Ressourcen binden, die für Investitionen in die Infrastruktur und Patientenversorgung dringend benötigt werden.

Experten weisen darauf hin, dass solche finanziellen Auseinandersetzungen die Stabilität von Krankenhausbetreibern gefährden können. Der Salzlandkreis setzt daher alles daran, die rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um die Zahlung sicherzustellen und die Kontinuität der Gesundheitsdienstleistungen zu gewährleisten.

Die Zwangsvollstreckung in der Schweiz markiert einen kritischen Punkt in diesem langjährigen Konflikt. Es bleibt abzuwarten, wie Ameos auf die juristischen Schritte reagiert und ob eine schnelle Lösung erreicht werden kann.

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