Ueckermünde lockt Kurklinik-Betreiber: Rehasan plant Mutter-/Vater-Kind-Klinik
Ueckermünde: Kurklinik-Betreiber Rehasan zeigt Interesse

Ueckermünde im Fokus: Kurklinik-Betreiber plant neue Einrichtung

In Ueckermünde bahnt sich eine bedeutende Entwicklung für das Seebad an. Der renommierte Kurklinik-Betreiber Rehasan hat konkretes Interesse bekundet, in der Stadt eine neue Kureinrichtung zu errichten. Die Stadtvertretung steht vor einer wegweisenden Entscheidung, die das Gesundheitsangebot der Region nachhaltig prägen könnte.

Stadtvertretung drängt auf schnelle Entscheidung

Am Donnerstag, dem 19. März, wird sich das Unternehmen in der Sitzung der Stadtvertreter vorstellen. Bürgermeister Jürgen Kliewe bestätigte, dass Geschäftsführer Axel Mau und Berater Frank Preuss anwesend sein werden. Unmittelbar nach der Präsentation planen die Abgeordneten einen Grundsatzbeschluss zu fassen.

Die Stadtverwaltung soll laut Beschlussvorschlag geeignete Grundstücke mit einer Mindestfläche von 20.000 Quadratmetern identifizieren und präsentieren. Bürgermeister Kliewe betonte die Dringlichkeit: „Es gibt Konsens unter den Stadtvertretern, wenn wir ein so großes Unternehmen am Haken haben, wollen wir es nicht von der Angel lassen.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Von der Reha- zur Kurklinik: Ein Perspektivwechsel

Über Jahre hatte das Ameos-Klinikum Interesse am Bau einer Reha-Klinik am Kanalweg signalisiert. Nach dessen Absage suchte Bürgermeister Kliewe aktiv nach Alternativen. Anfang 2025 kontaktierte er acht Betreiber von Kur- und Reha-Kliniken, wobei zwei positive Rückmeldungen eintrafen.

Das ehemalige Gelände des Berufsförderungswerks am Kanalweg erwies sich jedoch als ungeeignet. Die Fläche war zu klein und die Einfahrtbreite von 3,50 Metern nach Ansicht von Rehasan zu schmal für eine angemessene Erschließung. Nun werden alternative Standorte geprüft, darunter:

  • Ein Areal südlich der Lagunenstadt
  • Die Wiese zwischen Fischereihafen und Industriehafen Berndshof

Rehasan: Ein etablierter Player mit Expansionsplänen

Rehasan betreibt bereits sieben Kliniken in Deutschland, darunter vier Mutter-/Vater-Kind-Kliniken und drei Rehabilitationseinrichtungen. Das Unternehmen bestätigte gegenüber dem Nordkurier sein grundsätzliches Interesse an Standorterweiterungen.

Eine Unternehmenssprecherin nannte konkrete Gründe für das Interesse an Ueckermünde:

  1. Die touristische Attraktivität des Seebads
  2. Die exzellente Anbindung an den Großraum Berlin
  3. Die generelle Eignung für Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen

Konkrete Pläne: Familiengesundheit im Fokus

Gegenstand einer aktuellen Machbarkeitsstudie ist die Errichtung und der Betrieb einer Einrichtung für Familiengesundheit. Die geplante Klinik soll vor allem Vorsorgekuren für Mütter und Väter mit ihren Kindern anbieten.

Die Dimensionen des Projekts sind beeindruckend:

  • 120 bis 160 Apartments sind geplant
  • Circa 10.000 Patienten pro Jahr werden erwartet
  • Bis zu 120.000 Übernachtungen jährlich sind prognostiziert

Rehasan betonte, dass seine bestehenden Mutter-/Vater-Kind-Kliniken nahezu vollständig ausgelastet sind. Eine neue Einrichtung in Ueckermünde würde daher nicht nur das lokale Gesundheitsangebot bereichern, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Impulse für die Region setzen.

Politische Unterstützung und öffentliche Transparenz

Die Stadtvertreter Detlef Rabethge (BfVG) und Antje Krins (Bürgerbund) hatten kritisiert, dass sich das Unternehmen zunächst nur im nichtöffentlichen Hauptausschuss vorgestellt hatte. Sie forderten erfolgreich eine öffentliche Präsentation vor der gesamten Stadtvertretung.

Die Stadtverwaltung sieht in dem Projekt eine nachhaltige Wirkung auf die positive Entwicklung des Seebads. In der Beschlussvorlage heißt es deutlich: „Der Kurklinik-Betreiber Rehasan ist am Standort Ueckermünde zur Erweiterung seines Standortangebotes sehr interessiert.“

Die Stadtvertreter sollen dem Interessenten signalisieren, dass er in Ueckermünde willkommen ist und die Kommune bereit ist, ein geeignetes Grundstück für die Entwicklung einer Kurklinik bereitzustellen. Damit könnte Ueckermünde bald einen bedeutenden neuen Akteur in seiner Gesundheitslandschaft begrüßen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration