Bluthochdruck: Viele Deutsche kennen gefährliche Werte nicht
Bluthochdruck: Viele Deutsche kennen Werte nicht

München – Bluthochdruck wird oft als „stiller Killer“ bezeichnet, da er lange Zeit keine Beschwerden verursacht. Dabei schädigt er Herz und Blutgefäße und erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden. Schätzungen zufolge sind allein in Deutschland rund 30 Millionen Menschen von der Krankheit betroffen. Eine aktuelle Umfrage offenbart nun erschreckende Wissenslücken: Viele Deutsche haben keine Ahnung, ab wann der Blutdruck gefährlich wird.

Umfrage zeigt Fehleinschätzungen

Der „Hilo Blutdruckreport 2026“, der BILD exklusiv vorliegt, zeigt: 81,8 Prozent der Befragten glauben zu wissen, welche Blutdruckwerte als normal gelten. 68,2 Prozent geben an, zu wissen, ab wann der Blutdruck als hoch eingestuft wird. Doch die Realität sieht anders aus: Im Durchschnitt nannten die Befragten einen Wert von 162/101 mmHg als „hohen“ Blutdruck. Dieser Wert entspricht jedoch bereits einer behandlungsbedürftigen Hypertonie Grad 2. Dabei liegt die Grenze für Bluthochdruck laut Kardiologen bei dauerhaften Werten über 140/90 mmHg. Bereits ab 130/80 mmHg spricht man von erhöhtem Blutdruck.

Warnsignale werden oft übersehen

Ein weiteres Problem: Ein Drittel der Deutschen glaubt, Bluthochdruck an spürbaren Warnsignalen erkennen zu können. Das stimmt meist nicht. „Viele Betroffene haben trotz deutlich erhöhter Werte keinerlei Beschwerden“, erklärt der Kardiologe Dr. Nana Bimpong-Buta. Symptome wie morgendliche Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Nasenbluten oder innere Unruhe treten oft erst auf, wenn der Blutdruck bereits über einen längeren Zeitraum stark erhöht war. Nur 44,6 Prozent der Befragten wissen laut Report, dass Bluthochdruck ohne Messung schwer zu erkennen ist.

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Regelmäßige Messung empfohlen

Dr. Bimpong-Buta rät daher zu regelmäßigen Blutdruckmessungen zu Hause. Um einen verlässlichen Durchschnittswert zu erhalten, sollten die Werte etwa eine Woche lang dokumentiert werden – am besten morgens und abends zur gleichen Uhrzeit. Wichtig: Vor der Messung fünf Minuten ruhig sitzen, keinen Kaffee trinken, keinen Sport treiben und nicht rauchen. Rund zwei Drittel der Haushalte besitzen ein Blutdruckmessgerät, aber nur 57 Prozent der Haushalte mit Gerät haben im letzten Monat mindestens einmal gemessen. Dabei ist die regelmäßige Kontrolle entscheidend, um die stille Gefahr rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

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