Kardiologe Prof. Bigalke warnt: Herzinfarkt im All - tödliche Gefahr für Astronauten
Herzinfarkt im All: Tödliche Gefahr für Astronauten

Medizinische Notfälle im All: Wenn Astronauten einen Herzinfarkt erleiden

Astronauten müssen auf medizinische Notfälle vorbereitet sein, doch was geschieht, wenn ein Raumfahrer während einer Mission zum Mond oder Mars einen Herzstillstand erleidet? Prof. Dr. Boris Bigalke, renommierter Kardiologe und ehemaliger Top-100-Astronautenkandidat der ESA, warnt vor dieser tödlichen Gefahr, über die kaum gesprochen wird.

Die lebensbedrohliche Realität fernab der Erde

Selbst die fittesten Männer und Frauen im All sind nicht vor medizinischen Notfällen gefeit. Kürzlich musste eine ISS-Mission wegen eines solchen Vorfalls vorzeitig abgebrochen werden – bei einer Marsmission, die etwa drei Jahre dauert, wäre eine Rückholung unmöglich. Allein die Funkverbindung zur Erde benötigt bereits 20 Minuten. „Im All gibt es keinen Notarzt, keinen Rettungshubschrauber – nur das, was die Crew kann“, betont Bigalke, der unter mehr als 22.000 qualifizierten Bewerbern der ESA ausgewählt wurde.

Reanimation in Schwerelosigkeit: Ein medizinisches Albtraumszenario

Was auf der Erde Standard ist, wird im Weltraum zum unlösbaren Problem: Die klassische Herzdruckmassage funktioniert ohne Schwerkraft nicht. Studien belegen, dass Wiederbelebungsmaßnahmen in der Schwerelosigkeit praktisch unmöglich sind. Daher trainieren Astronauten spezielle Techniken während Parabelflügen, bei denen für etwa eine halbe Minute Schwerelosigkeit erzeugt wird.

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Besondere Wiederbelebungstechniken im All:

  • Handstand-Trick: Der Helfer stößt sich mit den Füßen von der Wand ab, um ausreichend Druck auf den Brustkorb auszuüben.
  • Reverse-Bearhug-Methode: Eine Umarmung von hinten, ähnlich wie bei einem Bären.
  • Gurt-Systeme: Helfer und Patient werden fixiert, um Stabilität zu gewährleisten.
  • Evetts-Russomano-Technik: Der Helfer verankert sich mit Beinen und Körper am Patienten, um Druck aufzubauen.

„Das ist Hochleistungsmedizin unter Extrembedingungen – körperlich brutal und mental extrem belastend“, erklärt Bigalke die Herausforderungen.

Umfassende medizinische Ausbildung für den Ernstfall

Jeder Astronaut muss in der Lage sein, multiple Rollen zu übernehmen: Arzt, Zahnarzt, Sanitäter und Intensivpfleger in einer Person. Neben der Reanimation trainieren Raumfahrer für zahlreiche weitere Notfälle:

  1. Knochenbrüche und schwere Verletzungen
  2. Entzündungen und Infektionen
  3. Herzrhythmusstörungen
  4. Zahnextraktionen ohne spezialisierte Ausrüstung

Steigendes Risiko bei längeren Missionen

Bislang gab es noch keinen dokumentierten Herzstillstand im All, doch mit längeren Missionen, älteren Astronauten und zunehmendem Weltraumtourismus wächst die Gefahr dramatisch. Typische Gesundheitsprobleme im Weltraum umfassen Sehstörungen, Herzrhythmusstörungen sowie Muskel- und Knochenschwund. Geplante Marsmissionen bergen zusätzliche Risiken: Das Immunsystem arbeitet weniger effektiv, das Krebsrisiko durch kosmische Strahlung steigt, und die psychische Belastung in der Isolation kann zu Depressionen führen.

Fazit: Der Mensch ist nicht für das All gemacht

„Der Mensch ist nicht für das All gemacht. Wenn wir dort überleben wollen, müssen wir medizinisch besser vorbereitet sein als je zuvor“, resümiert Prof. Bigalke. Der nächste große medizinische Notfall im Weltraum sei keine Frage des Ob, sondern des Wann. In dieser lebensbedrohlichen Umgebung zählt jede Sekunde – selbst ohne die unterstützende Kraft der Schwerkraft.

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