Herzinfarkt mit 42: Magdeburger kämpft sich nach sechswöchigem Koma zurück ins Leben
Herzinfarkt mit 42: Magdeburger nach Koma zurück im Leben

Herzinfarkt mit 42 Jahren: Sechs Wochen im Koma – Wie ein Magdeburger den Weg zurück fand

Als Steffen Morschek im Jahr 2022 einen schweren Herzinfarkt erlitt, begann für seine Familie eine Zeit der Ungewissheit und Angst. Wegen gravierender Komplikationen musste der damals 42-jährige Magdeburger für ganze sechs Wochen in ein künstliches Koma versetzt werden. Während die Ärzte im Klinikum Magdeburg-Olvenstedt um sein Leben kämpften, konnte seine Familie nur bangen und hoffen. Das ZDF berichtet nun in der Sendung 37 Grad ausführlich über diesen bewegenden Fall.

Plötzlicher Zusammenbruch nach dem Training

Steffen Morschek war stets sportlich aktiv und galt als durchtrainiert. Doch an jenem Tag im Jahr 2022 änderte sich alles schlagartig. „Er hatte Sport gemacht und fühlte sich danach nicht gut“, erinnert sich seine Frau in der Dokumentation. „Er lief dann so auf und ab und hatte so ein beklemmendes Gefühl in der Brust. Er riss die Balkontür auf, was schon sehr komisch war.“ Auf seine Bitte hin alarmierte sie sofort den Notarzt. Während des Telefonats erlitt Morschek in den eigenen vier Wänden den Herzinfarkt.

„Ich habe mich noch auf die Couch gesetzt und meiner Frau gesagt, dass alles ok sei und ich sie liebe. Und kurz danach war ich dann einfach weg“, schildert der heute 45-Jährige die dramatischen Momente. Seine Frau versuchte noch, ihn zu reanimieren, doch die Situation eskalierte schnell.

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Fünf Wiederbelebungen und der Kampf ums Überleben

Als die Sanitäter eintrafen, atmete Morschek gerade zum letzten Mal. „Sie haben meinen Mann dann vor meinen Augen fünf Mal wiederbelebt“, berichtet seine Ehefrau emotional. Ganze 20 Minuten dauerten die lebensrettenden Maßnahmen, die sie als „die längsten 20 Minuten meines Lebens“ beschreibt. Anschließend wurde Morschek sofort ins Klinikum Magdeburg-Olvenstedt gebracht.

Dort kam es zu weiteren Komplikationen: Eine schwere Lungenentzündung zwang die Ärzte, ihn in ein künstliches Koma zu versetzen. Der behandelnde Kardiologe, Dr. Michael Sudau, gibt zu: „Es war für uns natürlich auch schwierig, wir waren mental alle sehr dabei. Es war ein junger Patient mit einer jungen Familie. Den wollten wir unter keinen Umständen verlieren.“ Die Chancen standen keineswegs gut.

Sechs Wochen Koma: Zwischen Träumen und Realität

Für die Familie begannen Wochen des Bangens. Morscheks Tochter erzählt: „Ich wusste ja auch nicht, wie es ausgegangen wäre, ob er jetzt ein Jahr im Koma liegen würde oder ob man irgendwann sagt: 'Das war's jetzt'.“ Während dieser Zeit besuchten sie ihn regelmäßig und bemerkten, dass er trotz des Komas auf seine Umwelt reagierte.

„Als ein Schlaganfall-Patient neben ihm im Zimmer lag, wurde der aufgefordert, den Arm zu heben. Das hat dann aber auch mein Vater gemacht“, so die Tochter. Morschek selbst berichtet von intensiven Träumen: „Ich habe von einer Seebestattung geträumt, habe immer einen Tiger gesehen. Außerdem lag ich am Fenster und die Lampen draußen haben mich in der Halbkoma-Phase immer fasziniert.“

Der lange Weg der Genesung

Nach sechs Wochen im Koma konnte Morschek schließlich aufwachen. Es folgten eine Rehabilitation und die Rückkehr nach Hause. Die Erinnerung kehrte langsam zurück – sogar an Details wie die PIN seiner Tankkarte. „Das war für mich dann auch der Punkt, an dem ich wusste, dass mein Gehirn keine langfristigen Schäden davongetragen hat“, erklärt er.

Heute lebt Morschek ein weitgehend normales Leben, arbeitet und verbringt Zeit mit seiner Familie. Regelmäßig besucht er eine Sportgruppe, um sein Herz bewusst zu trainieren. „Bei der Übergabe zur Reha war die Herzleistung bei 39 Prozent, mittlerweile ist sie wieder bei 45 Prozent. Mehr wird es nicht, dafür ist zu viel Gewebe abgestorben“, berichtet er nüchtern. Dennoch ist er dankbar, diesen Kampf gewonnen zu haben.

Die gesamte Dokumentation Koma: Zwischen Leben und Tod ist in der ZDF-Mediathek verfügbar und bietet tiefe Einblicke in diese außergewöhnliche Gesundheitsgeschichte.

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