Landkreis Nordwestmecklenburg schützt Feuerwehrleute mit mobilen Hepatitis-Impfungen
Mobile Hepatitis-Impfungen für Feuerwehrleute in Nordwestmecklenburg

Mobile Impfaktion schützt Feuerwehrleute vor gefährlichen Hepatitis-Infektionen

Feuerwehrleute riskieren täglich ihr Leben für andere – jetzt schützt der Landkreis Nordwestmecklenburg sie vor einer unsichtbaren Gefahr. Das Gesundheitsamt des Kreises ist derzeit mit einem mobilen Team unterwegs, um Brandschützer vor Ort gegen Hepatitis A und B zu impfen. Die Aktion findet an fünf Standorten im Landkreis statt und wird von den Einsatzkräften gut angenommen.

Erhöhtes Infektionsrisiko bei Rettungseinsätzen

Kreismedizinaldirektor Saban Omer Oglou erklärt die Dringlichkeit der Impfaktion: „Die Hepatitis-A- und B-Impfung ist für die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden sehr wichtig, weil sie regelmäßig in Einsätzen sind. Sie könnten mit Blut in Kontakt kommen, und über Blut kann der Hepatitis-Virus übertragen werden.“ Bei Überschwemmungseinsätzen bestehe zusätzlich die Gefahr, dass Viren über Mund und Schleimhäute aufgenommen werden.

Beide Virustypen können zu schweren Leberentzündungen führen, die langfristige Gesundheitsschäden verursachen. „Deshalb ist es wichtig, die Kameraden durch die Impfung zu schützen“, betont Oglou. Die mobilen Impfteams besuchen die Feuerwehrstandorte in Gadebusch, Dalberg, Rehna, Dassow und Neuburg.

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Individuelle Impfpläne und Titerkontrollen

Das Gesundheitsamt hat bereits vorab die Impfausweise der Feuerwehrleute erhalten, sodass die Impfung vor Ort schnell durchgeführt werden kann. „Entweder führen wir eine Auffrischungsimpfung oder eine Komplementierung durch“, erläutert der Mediziner. Die Komplementierung umfasst drei Impfungen im Abstand von einem und sechs Monaten.

Anschließend erfolgt eine Titerkontrolle, um die Wirksamkeit der Impfung zu überprüfen. „Wenn der Titerwert für Hepatitis B über 100 ist, dann haben die Kameraden erst einmal für zehn Jahre Ruhe“, so Oglou. Insgesamt ist das Team mindestens viermal an jedem Standort präsent, um den vollständigen Impfschutz zu gewährleisten.

Feuerwehrleute schätzen niedrigschwelliges Angebot

In Gadebusch haben sich rund 70 Feuerwehrleute für die Impfaktion angemeldet. Feuerwehrmitglied und Bürgermeister Arne Schlien begrüßt die Initiative: „Wir haben natürlich auch unsere Schutzkleidung, aber man kann sich ja über verschiedenste Wege mit Hepatitis anstecken. Wenn wir zur Brandbekämpfung in Gebäude gehen oder als First Responder im Einsatz sind, weiß man nie, was einen dort erwartet.“

Die Brandschützer tragen die mögliche Ansteckungsgefahr stets im Hinterkopf. Neben dem Anlegen der Schutzkleidung legen die Kameraden großen Wert darauf, vor jedem Einsatz möglichst viele Informationen abzufragen. „Die Gruppenführer und Zugführer achten da extrem drauf“, versichert Schlien.

Gleichzeitig betont er die Eigenverantwortung jedes Einzelnen: „Wenn ich weiß, dass ich vielleicht für etwas anfällig bin, dann muss ich das sagen. Und dafür wird auch keiner ausgelacht oder ausgegrenzt.“ Die Kosten für die Hepatitis-Impfung übernimmt der Landkreis, lediglich die Ausgaben für die Titerkontrolle trägt die jeweilige Stadt.

Die mobile Impfaktion des Gesundheitsamtes Nordwestmecklenburg zeigt, wie wichtig präventive Maßnahmen für Einsatzkräfte sind. Während Feuerwehrleute täglich Gefahren für andere bekämpfen, sorgt der Landkreis nun dafür, dass sie selbst bestmöglich vor gesundheitlichen Risiken geschützt sind.

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