Neuer Borna-Virus-Fall in Bayern: Gefährliche Infektion durch Feldspitzmäuse
Im Landkreis Erding in Bayern hat sich ein Mensch mit dem gefährlichen Borna-Virus infiziert. Die extrem seltene Krankheit verläuft in den meisten Fällen lebensbedrohlich und wird durch Feldspitzmäuse übertragen. Die Behörden halten sich derzeit noch bedeckt, was den Gesundheitszustand der betroffenen Person angeht.
Seltene, aber tödliche Infektion
In ganz Deutschland werden jährlich weniger als zehn Fälle der Borna-Virus-Infektion gemeldet, wobei Bayern besonders betroffen ist. Seit 2020 besteht eine Meldepflicht für diese Erkrankung. Das Gesundheitsamt Erding untersucht derzeit in enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, wie sich die Person angesteckt haben könnte und sucht nach der genauen Infektionsquelle.
Übertragung durch Feldspitzmäuse
Der Erreger BoDV-1 (Borna Disease Virus 1) kommt in Feldspitzmäusen vor. Menschen infizieren sich wahrscheinlich durch Kontakt mit den Ausscheidungen dieser Nager. Die Mäuse scheiden das Virus über Kot, Urin und Speichel aus, ohne selbst Krankheitssymptome zu zeigen. Besonders gefährdet sind Personen, die an Ortsrändern leben, aber auch verschiedene Tierarten wie Pferde, Schafe und Igel können erkranken.
Die Behörden raten dringend: Mäuse – ob lebend oder tot – niemals mit bloßen Händen anzufassen. Wer tote Tiere entsorgen muss, sollte unbedingt Gummihandschuhe, Schutzbrille und Maske tragen, um eine mögliche Infektion zu vermeiden.
Tödliche Verläufe in der Vergangenheit
Im vergangenen Jahr starben mehrere Personen in Bayern an der Borna-Virus-Infektion. Im Herbst verstarb eine 57-jährige Person in Tirschenreuth in der Oberpfalz an den Folgen der Erkrankung. Wenige Monate zuvor waren zwei Personen aus dem oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm gestorben. Für die Häufung von zwei Fällen in dieser Region gab es damals zunächst keine eindeutige Erklärung.
Begrenzte Therapiemöglichkeiten
Die Behandlungsoptionen bei einer Borna-Virus-Infektion sind begrenzt. Es stehen antivirale Medikamente zur Verfügung, die gegen das Virus wirken sollen, sowie immunsupprimierende Therapien, die das Immunsystem dämpfen. Experten zufolge löst nämlich die überschießende Immunreaktion die schweren und meist tödlichen Symptome aus, nicht das Virus selbst.
Der Erreger ist bei Tieren zwar schon lange bekannt, doch erst seit 2018 wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass BoDV-1 auch auf den Menschen übertragbar ist und dabei meist tödliche Gehirnentzündungen verursacht. Diese Erkenntnis hat zu erhöhter Wachsamkeit und strengeren Meldevorschriften geführt.



