Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat im vergangenen Jahr erneut zahlreiche Menschen vor dem Tod im Wasser bewahrt. Insgesamt retteten die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer 1.154 Menschen das Leben, wie die Organisation mitteilte. Darunter waren 704 Personen, die direkt vor dem Ertrinken gerettet wurden – ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als es 699 waren.
Weniger Todesfälle, aber weiterhin hohe Zahl
Mindestens 393 Menschen starben im Jahr 2025 bei Badeunfällen, 18 weniger als 2024. DLRG-Präsidentin Ute Vogt betonte: „Jeder Todesfall ist einer zu viel. Wir appellieren an alle Badegäste, die Gefahren ernst zu nehmen.“ Besonders in den noch kalten Gewässern im Frühsommer sei Vorsicht geboten.
Rekord-Mitgliederzahl
Die DLRG verzeichnete einen historischen Höchststand: Über 642.000 Mitglieder zählte die Organisation zum Jahresende – ein Plus von 2,3 Prozent. „Das zeigt das große Vertrauen und die Bereitschaft der Bevölkerung, sich für die Sicherheit am Wasser einzusetzen“, so Vogt. Die Zahl der aktiven Rettungsschwimmer lag bei über 51.000.
Einsatzstunden und Hilfeleistungen
Die Wasserretter waren im vergangenen Jahr insgesamt 2,6 Millionen Stunden im Einsatz. Sie leisteten rund 44.000 Menschen Hilfe, etwa bei kleinen Verletzungen, und sicherten knapp 4.000 Sachwerte wie gekenterte Boote. An über 1.200 Gewässern und Schwimmbädern waren sie präsent, darunter mehr als 80 Strandabschnitte an Nord- und Ostsee.
Nachwuchs bei den Junior-Rettern
Erstmals legten über 10.000 Kinder das Junior-Retter-Abzeichen ab – ein Plus von knapp neun Prozent. „Das macht mich sehr optimistisch“, sagte Vogt. Auch die Zahl der Prüfungen für das Rettungsschwimmabzeichen in Silber stieg auf über 40.800, deutlich über dem Zehnjahresdurchschnitt.
Mahnung: Kein Alkohol und Drogen
Mit Blick auf die beginnende Badesaison warnte die DLRG vor Leichtsinn. „Alkohol und Drogen verändern die Wahrnehmung und führen zu übermütigem Verhalten“, so Vogt. Sie empfahl, nur an bewachten Badestellen zu schwimmen und die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen.
Schwimmfähigkeiten von Kindern
Nach wie vor kann etwa die Hälfte aller Viertklässler nicht sicher schwimmen. Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister fordert daher mehr Schwimmunterricht und begrüßt verschärfte Regeln in einigen Bädern, die den Zugang für Kinder ohne Bronze-Abzeichen nur mit Aufsicht erlauben.



