Eine Reise ins Abenteuer – das erhofften sich die Passagiere der MV „Hondius“. Doch die Fahrt zur Antarktis wurde durch den Ausbruch des Hantavirus zum Albtraum. Drei Menschen starben, mindestens drei weitere sind infiziert. Die 34-tägige „Atlantic Odyssee“-Tour, die am 1. April in Ushuaia, Argentinien, startete, endete für viele in einer Tragödie.
Das Schiff: Robust und umweltfreundlich
Die MV Hondius ist 107,6 Meter lang und kann Packeis durchbrechen. Sie bietet Platz für 170 Passagiere in 80 Kabinen, dazu 70 Crewmitglieder, darunter 13 Tourguides und ein Schiffsarzt. Die Reederei Oceanwide Expeditions wirbt mit umweltfreundlichem Reisen: LED-Beleuchtung, Dampfheizung, biologisch abbaubare Farben und Schmiermittel sowie moderne Energie-Management-Systeme sollen den CO2-Ausstoß minimieren. An Bord gibt es eine Bar, Bibliothek, TV-Ecke, Shops und ein Restaurant. Wellness oder Pool sucht man vergebens – stattdessen stehen Vorträge und Ausflüge mit Zodiac-Schlauchbooten im Fokus.
Die Reise: Antarktis pur
Die Route führte von Ushuaia zu den Falklandinseln, nach Südgeorgien und zu anderen isolierten Inseln im Südatlantik. Die Passagiere, meist zwischen 45 und 65 Jahre alt, trugen robuste Schuhe und Outdoor-Kleidung nach dem Zwiebelprinzip. Sie erhofften sich unvergessliche Momente mit Pinguinen, Walen und Eisbergen. Die Reederei betont die Weiterbildung: Ein Deck ist für Vorträge und Präsentationen reserviert.
Die Kosten: Exklusiv und teuer
Die günstigste Kategorie, eine Viererkabine mit zwei Hochbetten (12 Quadratmeter), kostete rund 10.500 Euro pro Person. Eine Standard-Doppelkabine mit zwei Bullaugen lag bei über 13.000 Euro. Die Superior-Kabine (23 Quadratmeter, zwei große Fenster, Doppelbett) kostete knapp über 16.000 Euro pro Person – also rund 32.000 Euro für zwei Personen. Die Superior-Ausstattung bietet großen Komfort, aber keinen Luxus wie Pool oder Wellness.
Der Ausbruch: Hantavirus an Bord
Das Hantavirus brach während der Reise aus. Drei Menschen starben, der Schiffsarzt zeigte ebenfalls Symptome und wurde ausgeflogen. Die Passagiere tragen nun Masken. Die Reederie steht vor einer großen Herausforderung: Die Isolation im Südatlantik erschwert medizinische Hilfe. Die genaue Ursache des Ausbruchs ist noch unklar.
Fazit: Abenteuer mit Risiko
Die „Atlantic Odyssee“ versprach Natur pur und umweltfreundliches Reisen. Doch der Hantavirus-Ausbruch zeigt, dass selbst gut geplante Expeditionen Risiken bergen. Die Hinterbliebenen und Infizierten trauern um die Verstorbenen und kämpfen um ihre Gesundheit. Oceanwide Expeditions hat noch nicht öffentlich Stellung genommen.



