Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ im Atlantik haben südafrikanische Behörden bei zwei Passagieren das Andesvirus nachgewiesen. Dies gab ein Vertreter des Gesundheitsministeriums in einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des südafrikanischen Parlaments bekannt. Das Institut für Infektionskrankheiten habe den Erreger bei einem britischen Passagier identifiziert, der derzeit auf der Intensivstation einer Klinik in Johannesburg behandelt wird. Anschließend sei auch die mittlerweile verstorbene niederländische Patientin positiv auf das Virus getestet worden.
Übertragung und Risiken
Hantaviren werden normalerweise über Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Der Andes-Typ kann jedoch laut Gesundheitsbehörden auch von Mensch zu Mensch bei engem, längerem Kontakt übertragen werden. Insgesamt gibt es mehr als 38 verschiedene Hantaviren. Der Ausbruch auf der „Hondius“ verlief bisher in drei Fällen tödlich: Ein älteres niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau starben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von insgesamt sieben Erkrankungsfällen aus.
Schweizer Passagier infiziert
Ein Passagier des Kreuzfahrtschiffes wurde nach seiner Rückkehr in die Schweiz positiv auf das Hantavirus getestet. Er wird in einem Krankenhaus in Zürich behandelt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte. Der Patient war Ende April mit seiner Ehefrau von seiner Reise nach Südamerika zurückgekehrt. Nach Auftreten von Krankheitssymptomen suchte er die Klinik auf. Das BAG hält weitere Fälle in der Schweiz für unwahrscheinlich und schätzt das Risiko für die Bevölkerung als gering ein. Die Ehefrau zeigt keine Symptome, befindet sich jedoch vorsorglich in Selbstisolation.
Deutsche Passagiere und Crewmitglieder
Nach Angaben des Schiffsbetreibers Oceanwide Expeditions stammen insgesamt sieben Passagiere sowie ein Crewmitglied aus Deutschland. Das Schiff war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankerte zuletzt bei Kap Verde vor der Nordwestküste Afrikas.
Streit um Anlegen auf den Kanaren
Spanien hat dem Kreuzfahrtschiff erlaubt, einen Hafen auf den Kanarischen Inseln anzulaufen. Diese Entscheidung sei in Abstimmung mit der WHO und der EU getroffen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Die Regionalregierung der Kanarischen Inseln lehnt das Anlegen jedoch ab. Präsident Fernando Clavijo sagte dem Radiosender COPE, die Entscheidung basiere weder auf technischen Kriterien noch lägen ausreichende Informationen vor, um die Öffentlichkeit zu beruhigen oder ihre Sicherheit zu gewährleisten.



