Ein Kreuzfahrtschiff vor der Küste Westafrikas ist Schauplatz eines tragischen Ausbruchs des Hantavirus. Mindestens drei Menschen starben, zwei davon waren Passagiere. Das Schiff wird einem niederländischen Betreiber zugeordnet. Der Vorfall macht deutlich, dass das Virus nicht nur in fernen Ländern, sondern auch in Deutschland präsent ist.
Wie das Hantavirus übertragen wird
Das Hantavirus wird durch den Urin und Kot von Nagetieren verbreitet. Besonders Mäuse und Ratten sind Überträger. Eine Infektion erfolgt meist durch direkten Kontakt mit Ausscheidungen, über Hautverletzungen oder durch Einatmen von kontaminiertem Staub. Auch verschmutzte Lebensmittel können zur Ansteckung führen. Bisse sind seltener.
Risikobereiche in Deutschland
In Deutschland ist vor allem die Rötelmaus ein Überträger. Sie lebt in Wäldern, baut aber auch in Scheunen, Gartenhütten und Dachböden Nester. Besonders betroffen sind Regionen wie die Schwäbische Alb, Oberschwaben, das Münsterland, der Teutoburger Wald, Unterfranken, der Odenwald, die Fränkische Alb, der Bayerische Wald, Osthessen und West-Thüringen.
Symptome und Verlauf
Die Inkubationszeit beträgt fünf bis 60 Tage. Erste Symptome ähneln einer Grippe. Die Infektion kann zu Nierenversagen, hämorrhagischem Fieber oder schweren Lungenerkrankungen führen. Die Sterblichkeit variiert je nach Virustyp: In Amerika liegt sie bei bis zu 40 Prozent, in Mitteleuropa unter einem Prozent.
Schutzmaßnahmen
Das Friedrich-Löffler-Institut empfiehlt, Lebensmittel nagersicher zu lagern, Abfall in verschließbaren Behältern zu entsorgen und Essensreste nicht auf den Kompost zu werfen. Bei Reinigungsarbeiten in Risikobereichen sollten Einmalhandschuhe und eine FFP2- oder FFP3-Maske getragen werden. Arbeitskleidung sollte bei 60 Grad gewaschen werden. Auch Hände- und Haarewaschen ist wichtig.
Seltene Todesfälle in Deutschland
Seit der Meldepflicht 2001 wurde nur ein Todesfall durch Hantavirus in Deutschland registriert: ein junger Mann aus dem Raum Passau im Jahr 2019. Die Zahl der gemeldeten Erkrankungen schwankt jährlich zwischen 143 und 1.747, abhängig von der Mäusepopulation.
Historischer Hintergrund
Das Hantavirus wurde erstmals während des Koreakriegs in den 1950er-Jahren dokumentiert, als sich tausende US-Soldaten am Fluss Hantaan infizierten. Der Name leitet sich von diesem Fluss ab.



