Der Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ hält die Behörden in Atem. Drei Passagiere mit Verdacht auf eine Infektion wurden evakuiert und befinden sich nun auf dem Weg zur medizinischen Behandlung in den Niederlanden. Dies gab WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf der Plattform X bekannt. Die betroffenen Personen stammen aus Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien, wie das niederländische Außenministerium am Mittwoch mitteilte. Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung handelt es sich bei der deutschen Person um eine Frau.
Untersuchung in Düsseldorf
Die deutsche Passagierin soll in Düsseldorf untersucht werden. „Die Feuerwehr Düsseldorf und das Universitätsklinikum Düsseldorf übernehmen heute gemeinsam den Transport“, teilte das Klinikum mit. Es werde davon ausgegangen, dass die betreffende Person nicht infiziert sei. Es handele sich um eine Kontaktperson ohne bestätigten Nachweis einer Hantavirus-Infektion. Die Aufnahme erfolge „rein vorsorglich zur medizinischen Abklärung“, betonte das Klinikum. Die WHO arbeitet unterdessen mit den Schiffsbetreibern zusammen, um die Gesundheit von Passagieren und Besatzung zu überwachen und gegebenenfalls weitere Evakuierungen zu veranlassen. „In dieser Phase bleibt das gesamte öffentliche Gesundheitsrisiko niedrig“, so WHO-Chef Tedros.
Andesvirus nachgewiesen
Bislang sind auf der „Hondius“ drei Menschen gestorben: ein älteres niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau. Die WHO geht derzeit von insgesamt sieben Erkrankungsfällen aus. Das kleine Kreuzfahrtschiff mit knapp 150 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Kap Verde. Spanien hat dem Schiff erlaubt, einen Hafen auf den Kanarischen Inseln anzulaufen. Diese Entscheidung sei in Abstimmung mit der WHO und der EU gemäß internationalem Recht und humanitären Prinzipien getroffen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Bei zwei Passagieren der „Hondius“ wurde durch Labortests das Andesvirus nachgewiesen, ein Virustyp innerhalb der Hantaviren. Dies berichtete ein Vertreter des Gesundheitsministeriums in einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des südafrikanischen Parlaments. Untersuchungen des Instituts für Infektionskrankheiten hätten den Erreger bei einem Briten nachgewiesen, der derzeit auf der Intensivstation einer Klinik in Johannesburg behandelt wird. Daraufhin sei auch die mittlerweile verstorbene niederländische Patientin darauf getestet worden.
Übertragungswege und weitere Fälle
Hantaviren werden üblicherweise über Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Bei dem Andes-Typ sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden auch Infektionen zwischen Menschen bei engem, länger andauerndem Kontakt möglich. Insgesamt gebe es mehr als 38 verschiedene Hantaviren, hieß es in dem Bericht für den Gesundheitsausschuss. Ein Passagier ist nach seiner Rückkehr in die Schweiz positiv auf das Hantavirus getestet worden. Er wird derzeit im Universitätsspital Zürich behandelt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte. Der Patient sei zusammen mit seiner Ehefrau Ende April von seiner Reise nach Südamerika zurückgekehrt. Nach Auftreten von Krankheitssymptomen habe er das Krankenhaus aufgesucht.



