Hantavirus-Ausbruch: Niederländische Ärzte auf dem Weg zum Kreuzfahrtschiff
Hantavirus: Ärzte auf Weg zum Kreuzfahrtschiff

Die Reederei „Oceanwide Expeditions“ hat sich zum aktuellen Stand des Hantavirus-Ausbruchs auf dem Expeditionsschiff MV Hondius geäußert. Das niederländische Unternehmen teilte am Mittwochmorgen mit, dass der geplante Transfer von drei Personen vom Schiff in ein Spezialflugzeug noch nicht stattgefunden habe. Dieser sei jedoch für den Vormittag (Ortszeit Kap Verde) vorgesehen. Sobald die Personen an Bord des Flugzeugs seien, würden sie in medizinische Einrichtungen und Screening-Zentren gebracht. Zwei von ihnen zeigen akute Symptome. Bei der dritten Person handelt es sich um jemanden, der engen Kontakt zu der verstorbenen Deutschen (78) hatte. Nur wenige Minuten nach der Veröffentlichung des Statements wurde bekannt, dass die drei Patienten mit Symptomen tatsächlich vom Schiff gebracht wurden.

Niederländische Ärzte sollen an Bord gehen

Auf Anraten des Niederländischen Instituts für öffentliche Gesundheit und Umwelt sollen nun zwei Fachärzte für Infektionskrankheiten an Bord der MV Hondius gehen. Sie befinden sich laut Reederei derzeit auf dem Weg aus den Niederlanden. Nach der voraussichtlichen Abfahrt von Kap Verde sollen sie auf dem Schiff bleiben, sofern die drei Personen erfolgreich verlegt wurden. Ein weiterer medizinischer Fachmann sei bereits an Bord.

Schiffsarzt offenbar erkrankt

Bereits am Dienstag teilte der Betreiber mit, dass auch zwei Crewmitglieder Symptome zeigen. Britische und irische Medien berichten unter Berufung auf eine Passagierin, dass es sich dabei unter anderem um den einzigen Schiffsarzt handele. Sein Zustand sei sehr ernst – er soll einer der drei sein, die vom Schiff gebracht werden. Auf Nachfrage von BILD wollte sich die Reederei nicht zum Gesundheitszustand einzelner Personen äußern.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe erklärt, dass Kap Verde keine Kapazitäten für einen derartigen medizinischen Notfall habe, so das spanische Ministerium. Spanien sehe sich moralisch und rechtlich verpflichtet zu helfen. An Bord befinden sich 14 spanische Staatsbürger: 13 Passagiere und der Schiffsarzt. Dieser sei in kritischem Zustand und solle in den nächsten Stunden mit einem Lazarettflugzeug auf die Kanaren geflogen werden.

Andes-Stamm des Hantavirus nachgewiesen

Das Kreuzfahrtschiff mit 149 Passagieren liegt seit Sonntag vor Kap Verde im Atlantik vor Anker, nachdem das Virus an Bord festgestellt worden war. Drei Menschen, darunter eine Deutsche aus Passau, starben bisher an den Folgen. Labortests in Südafrika haben eine Übertragung von Mensch zu Mensch bestätigt. Bei einem nach Südafrika ausgeflogenen Passagier wurde der von Mensch zu Mensch übertragbare Andes-Stamm des Hantavirus nachgewiesen, gab Südafrikas Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi am Mittwoch bekannt.

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