Meningitis-Ausbruch in England: Symptome erkennen und richtig handeln bei Verdacht
Meningitis-Ausbruch: Symptome erkennen und richtig handeln

Meningitis-Ausbruch in England: Zwei Todesfälle und Hunderte Behandlungen

Ein aktueller Ausbruch von Meningitis in der südenglischen Grafschaft Kent hat für erhebliche Besorgnis gesorgt. Zwei Menschen sind bereits an den Folgen der gefährlichen Hirnhautentzündung verstorben, während Hunderte weitere Personen vorsorglich mit Antibiotika behandelt werden. Inzwischen wurde auch ein Rückkehrer aus Kent in Frankreich mit stabilisiertem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Diese Ereignisse werfen wichtige Fragen auf: Was genau ist Meningitis, und wann sollte man sich ernsthafte Sorgen machen?

Was ist Meningitis und wie wird sie übertragen?

Meningitis bezeichnet eine Entzündung der Hirnhäute, also der schützenden Hüllen, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben. Die meisten Fälle werden durch virale Infektionen verursacht, beispielsweise durch Herpes, Grippeviren oder Covid-19. Allerdings können auch bakterielle Erreger und andere Krankheitserreger Auslöser sein.

Die Übertragung erfolgt häufig über Tröpfcheninfektion, etwa durch Husten, Niesen oder engen Kontakt wie Küssen. Die Erreger gelangen zunächst in die Schleimhäute des Nasen-Rachenraums, dringen dann in Blutgefäße ein und erreichen schließlich über die Blutbahn die empfindlichen Hirnhäute.

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Risikogruppen und Gefahren einer Hirnhautentzündung

Besonders anfällig für eine Meningitis sind Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen. Weitere Risikofaktoren umfassen chronische Grunderkrankungen sowie Entzündungen wie Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen, wie das Gesundheitsportal gesund.bund.de des Bundesgesundheitsministeriums betont.

Der Verlauf der Erkrankung hängt stark von der Ursache, dem Alter und der allgemeinen Abwehrkraft der betroffenen Person ab. Während viral ausgelöste Hirnhautentzündungen oft mild verlaufen, können bakterielle Infektionen durch Erreger wie Meningokokken oder Pneumokokken dramatisch sein. Sie beginnen manchmal plötzlich, verschlechtern sich rapide und können innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen. Häufig greifen die Bakterien auch direkt das Gehirngewebe an und lösen eine sogenannte Meningoenzephalitis aus.

Typische Symptome einer Meningitis erkennen

Zu den klassischen Anzeichen einer Hirnhautentzündung zählen:

  • Fieber und starke Kopfschmerzen
  • Nackensteife, auch als Meningismus bekannt
  • Bewusstseinsstörungen wie Benommenheit oder Verwirrtheit

Darüber hinaus können weitere Symptome auftreten:

  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Augen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall und allgemeines Unwohlsein

Bei bestimmten bakteriellen Infektionen, beispielsweise durch Pneumokokken, können auch Hautveränderungen wie Bläschen als Hinweis auf den Erreger dienen.

Richtiges Handeln bei Verdacht auf Meningitis

Bei einem Verdacht auf Hirnhautentzündung ist sofortiges Handeln entscheidend. Insbesondere für kleine Kinder und ältere Menschen gilt: Suchen Sie umgehend ein Krankenhaus auf. Eine schnelle Diagnose kann schwere Verläufe verhindern und lebensrettend sein.

Ärztinnen und Ärzte stellen zunächst gezielte Fragen, um mögliche Auslöser einzugrenzen, und entnehmen danach Blutproben. Für eine definitive Diagnose ist oft der Nachweis von Entzündungszeichen und Erregern im Nervenwasser erforderlich, das durch eine Lumbalpunktion gewonnen wird. Eine bakterielle Meningitis stellt einen medizinischen Notfall dar, der typischerweise auf einer Intensivstation behandelt werden muss.

Häufigkeit von Meningitis in Deutschland

In Deutschland erkranken jährlich bis zu 20 von 100.000 Menschen an einer viral bedingten Hirnhautentzündung. Die gefährlichere bakterielle Meningitis tritt dagegen seltener auf, mit weniger als einem Fall pro 100.000 Personen pro Jahr.

Der aktuelle Ausbruch in Kent wurde durch Meningokokken der Untergruppe B verursacht. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden in Deutschland in den Jahren 2023 bis 2025 jeweils über 100 Fälle von Meningokokken-B-Infektionen registriert, während für das Jahr 2026 bislang bereits mehr als 20 Fälle gemeldet wurden.

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Schutzmaßnahmen und Impfempfehlungen

Gegen einige Erreger der Meningitis stehen wirksame Impfungen zur Verfügung, die einer Hirnhautentzündung vorbeugen können. Dazu zählen Impfungen gegen Pneumokokken, Masern, Mumps und Windpocken, die in Deutschland fester Bestandteil der empfohlenen Kinderschutzimpfungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) sind.

Seit kurzem empfiehlt die Stiko zusätzlich eine Impfung gegen die Meningokokken-Untergruppen A, C, W und Y für Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren. Ein entsprechender Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses ist jüngst in Kraft getreten. Da Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Besiedelungsrate von bis zu 20 Prozent als Hauptträger gelten, soll diese Impfung nicht nur individuellen Schutz bieten, sondern auch indirekte Effekte für alle Altersgruppen erzielen, wie das RKI erläutert.

Für Säuglinge ab einem Alter von zwei Monaten gilt bereits seit Januar 2024 die offizielle Empfehlung zur Impfung gegen Meningokokken B. Diese Maßnahmen unterstreichen die Bedeutung von Prävention im Kampf gegen diese potenziell lebensbedrohliche Erkrankung.