Hunde-Speichel löst lebensbedrohliche Sepsis aus: Frau verliert alle Gliedmaßen
Eine scheinbar harmlose Interaktion mit ihrem geliebten Haustier veränderte das Leben einer 56-jährigen Engländerin für immer. Manjit Sangha aus Birmingham spielte im Juli vergangenen Jahres mit ihrem Hund und ließ sich von ihm abschlecken – ein vertrauter Moment, den sie schon unzählige Male erlebt hatte. Doch diesmal endete die liebevolle Geste in einer medizinischen Katastrophe.
Vom Spiel zum Kampf ums Überleben
Am Tag nach dem Spiel mit ihrem Hund fühlte sich Manjit plötzlich schwer krank. In der Nacht verschlechterte sich ihr Zustand dramatisch. Als ihr Ehemann Kam sie am Montagmorgen fand, war sie bewusstlos, ihre Hände und Füße eiskalt und ihre Lippen blau verfärbt. Der Rettungsdienst brachte sie sofort ins Krankenhaus, wo sie in Lebensgefahr schwebte.
Die Diagnose der Ärzte war erschütternd: Sepsis, eine lebensbedrohliche Blutvergiftung, bei der das Immunsystem außer Kontrolle gerät und die eigenen Organe schädigt. Während der Behandlung blieb Manjits Herz sechsmal stehen. Die Ärzte vermuten, dass Hundespeichel in Kombination mit einer kleinen Wunde die sich rasend schnell ausbreitende Infektion ausgelöst hat.
Amputationen retten das Leben
Um Manjits Leben zu retten, mussten die Mediziner eine schwerwiegende Entscheidung treffen. Sie amputierten beide Beine unterhalb der Knie sowie beide Hände. Insgesamt verbrachte die 56-Jährige 32 Wochen im Krankenhaus, wochenlang schwebte sie zwischen Leben und Tod. An die ersten Monate kann sie sich nicht erinnern.
Ihr Ehemann Kam blieb während dieser schwierigen Zeit ununterbrochen an ihrer Seite. „Jeden Tag dachten wir: Heute wird sie sterben – aber sie hat uns jeden einzelnen Tag eines Besseren belehrt“, berichtete er über den unglaublichen Kampfgeist seiner Frau.
Ungebrochener Wille zum Neuanfang
Heute ist Manjit wieder zu Hause und zeigt einen bewundernswerten Lebensmut. „Ich habe lange genug im Rollstuhl und im Bett gesessen. Jetzt ist es Zeit zu gehen“, erklärte sie entschlossen. Vor ihrer Erkrankung arbeitete sie sieben Tage die Woche und führte ein aktives, normales Leben.
Nun sammelt sie gemeinsam mit ihrem Mann Spenden für moderne Prothesen, möglicherweise sogar robotische Hände, um wieder arbeiten zu können. Gleichzeitig möchte sie andere Menschen vor den Gefahren einer Sepsis warnen – einer Erkrankung, die oft unterschätzt wird, aber innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden kann.
Ihre Geschichte zeigt nicht nur die potenziellen Risiken von Tierkontakten bei kleinen Verletzungen, sondern vor allem die unglaubliche Widerstandskraft des menschlichen Geistes. Trotz des Verlusts aller Gliedmaßen hat Manjit ihr Lächeln und ihren Lebensmut bewahrt und kämpft sich Schritt für Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben.



