Berlin: Säugling an Meningokokken gestorben – Impfung schützt vor schweren Verläufen
Ein etwa drei Monate altes Baby ist in Berlin an den Folgen einer Meningokokken-Infektion gestorben. Der Säugling wurde am 24. Januar mit einem Hautausschlag und Bewusstseinstrübung in die Notaufnahme gebracht, wie aus einem Bericht des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso) zu Infektionskrankheiten hervorgeht. Er entwickelte ein Waterhouse-Friderichsen-Syndrom und verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus, so die Experten. Das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom ist eine besonders schwere Form des septischen Schocks, die laut Robert Koch-Institut (RKI) in etwa einem Drittel der Fälle zum Tod führt. Zuvor hatte die «B.Z.» über den tragischen Todesfall berichtet.
Meningokokken: Seltene, aber gefährliche Erkrankungen
Meningokokken sind Bakterien, die durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten oder Niesen auf andere Menschen übertragen werden. Sie können eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Die Erkrankungen sind laut RKI in Deutschland zwar sehr selten, verlaufen jedoch meist sehr schwerwiegend. Die Todesfallrate beträgt 7 bis 15 Prozent, und viele Überlebende leiden an schweren Langzeitfolgen. Im Jahr 2024 gab es nach RKI-Angaben 344 schwere Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland, und bis Mitte September 2025 wurden bereits 227 Fälle registriert.
Impfung als wirksamer Schutz
Die Erkrankung beginnt oft mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen, und der Gesundheitszustand verschlechtert sich innerhalb weniger Stunden rapide. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) seit 2024 für Säuglinge ab dem Alter von zwei Monaten eine Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe B. Darüber hinaus wird seit Oktober 2025 standardmäßig für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren eine Impfung mit einem Impfstoff gegen die Serogruppen A, C, W und Y empfohlen. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Inzidenz dieser gefährlichen Infektionen weiter zu reduzieren und schwere Verläufe zu verhindern.



