Tuberkulose-Ausbruch in Kemberger Kita: Gesundheitsamt kontaktiert betroffene Familien
Im Landkreis Wittenberg ist ein Fall von ansteckender Lungentuberkulose bei einem Mitarbeiter der Kindertagesstätte "Elbspatzen" im Kemberger Ortsteil Dabrun aufgetreten. Das Gesundheitsamt des Landkreises hat am Mittwoch bestätigt, dass es sich um eine sogenannte offene Tuberkulose handelt, die über die Luft übertragen werden kann. Die Behörden untersuchen derzeit intensiv, welche Kinder engen Kontakt zu der betroffenen Betreuungsperson hatten.
Eltern werden persönlich informiert und zu Versammlung eingeladen
Eltern, deren Kinder möglicherweise exponiert waren, werden persönlich kontaktiert, um über weitere Schritte aufzuklären. Der erkrankte Mitarbeiter war in den vergangenen Wochen nicht nur in der Kita "Elbspatzen" tätig, sondern auch in der Einrichtung "Plapperkiste" in Wartenburg. Für beide Kitas gelten laut Landkreis identische Vorgehensweisen. Landrat Christian Tylsch betonte: "Wir nehmen die Situation ernst und ich appelliere an alle Betroffenen, mit dem Gesundheitsamt zusammenzuarbeiten."
Am Donnerstagabend um 18 Uhr plant der Landrat gemeinsam mit dem Gesundheitsamt eine Elternversammlung in der Kemberger Turnhalle, zu der auch symptomfreie Eltern eingeladen sind. Dort sollen Fragen geklärt und Informationen zur weiteren Vorgehensweise gegeben werden. Ein Bürgertelefon unter der Nummer 03491 806 4000 steht ebenfalls für Rückfragen zur Verfügung.
Keine Absonderungen, aber mögliche prophylaktische Behandlung
Im Gegensatz zu Maßnahmen während der Corona-Pandemie sind laut Kreissprecher Alexander Baumbach keine Absonderungen oder Quarantänen vorgesehen. Stattdessen könnte es notwendig sein, dass einige Kinder prophylaktisch mit Medikamenten behandelt werden, um einer möglichen Infektion vorzubeugen. Der betroffene Mitarbeiter befindet sich derzeit isoliert in medizinischer Behandlung, und die Ursache der Erkrankung ist bekannt.
Landrat Tylsch wies darauf hin, dass Tuberkulose in Deutschland kein akuter Grund zur Sorge sei, sofern sie medizinisch adäquat behandelt wird. "Tuberkulose ist zum Beispiel in Entwicklungsländern eine Herausforderung, aber hierzulande gut behandelbar", erklärte er. Typische Symptome der Krankheit umfassen unter anderem über Wochen anhaltenden, teils blutigen Husten, unerklärlichen Gewichtsverlust, anhaltende Müdigkeit und nächtliches Schwitzen.
Das Gesundheitsamt setzt alle notwendigen Ressourcen ein, um die Situation unter Kontrolle zu halten und die Gesundheit der Kinder zu schützen. Weitere Details werden im Rahmen der Elternversammlung und über offizielle Kanäle kommuniziert.



