Unimedizin Greifswald ruft dringend zu Muttermilchspenden für Frühchen auf
Die Universitätsmedizin Greifswald befindet sich in einer kritischen Situation: Die Vorräte an Muttermilch für Frühgeborene und kranke Neugeborene sind beinahe vollständig aufgebraucht. Die Kinderklinik der Einrichtung schlägt Alarm und appelliert eindringlich an stillende Mütter aus Greifswald und der näheren Umgebung, sich als Spenderinnen zu melden.
Versorgung von Frühchen gefährdet
Professor Matthias Heckmann, Leiter der Abteilung Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, erklärt die dramatische Lage: „Muttermilch ist für Frühgeborene und schwer kranke Neugeborene von existenzieller Bedeutung. Wenn die Milch der eigenen Mutter nicht oder nicht ausreichend verfügbar ist, ist die Versorgung dieser besonders vulnerablen Kinder akut gefährdet.“ Die Klinik verzeichnet derzeit einen akuten Mangel an Spenden, während der Bedarf konstant hoch bleibt.
Strenge Voraussetzungen für Spenderinnen
Dr. Sabrina Koop, Fachärztin an der Unimedizin, betont: „Gespendete Muttermilch stellt die beste Alternative dar, wenn die eigene Muttermilch nicht zur Verfügung steht.“ Allerdings müssen potenzielle Spenderinnen mehrere strenge Kriterien erfüllen:
- Sie müssen einen täglichen Überschuss von mindestens 200 Millilitern Muttermilch produzieren
- Sie sollten gesund sein und keine relevanten Medikamente einnehmen
- Ihr eigenes Kind sollte nicht älter als sechs Monate sein
Vor der ersten Spende erfolgt eine umfassende Prüfung: „Wir führen ein ausführliches Anamnesegespräch, eine medizinische Untersuchung und eine Blutentnahme durch. Auch die gespendete Muttermilch wird im Labor auf Bakterien und Viren untersucht, um höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten“, erklärt Dr. Koop.
Regional begrenzte Spendenmöglichkeit
Da die Unimedizin Greifswald über keinen eigenen Transportdienst für Muttermilch verfügt, können nur Mütter aus Greifswald und dem unmittelbaren Umland als Spenderinnen in Frage kommen. Dieser logistische Aspekt verschärft die bereits angespannte Versorgungslage zusätzlich.
Professor Heckmann und Dr. Koop richten einen dringenden Appell an die Bevölkerung: „Bitte melden Sie sich bei uns! Jede Spende kann lebenswichtig für ein Frühgeborenes oder krankes Neugeborenes sein.“ Interessierte Mütter können sich direkt an die Abteilung Neonatologie unter der Telefonnummer 03834 866366 wenden.
Die Universitätsmedizin Greifswald hofft auf eine schnelle Reaktion der Bevölkerung, um die kritische Versorgungssituation für die kleinsten und verletzlichsten Patienten zu entschärfen. Muttermilchspenden stellen für viele dieser Kinder nicht nur eine Nahrungsquelle, sondern einen wesentlichen Beitrag zu ihrer Entwicklung und Genesung dar.



