Thüringer Familie mit seltenem Schicksal: Baby Rosalie mit Pergament-Haut geboren
Thüringen: Seltenes Kollodium-Baby mit Pergament-Haut geboren

Emotionale Achterbahnfahrt für junge Familie aus Gera

In der Nacht zum 6. Februar dieses Jahres erlebte die schwangere Annabell Buchmann (25) aus Gera einen Moment, der ihr Leben und das ihres Partners Jeremie Hasselmann (28) für immer verändern sollte. Als sie in ihrer Wohnung aufwachte, war die Fruchtblase angerissen – ganze fünf Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. „Rosalie hatte es einfach eilig“, erzählt die junge Mutter mit einem Lächeln.

16-stündiger Kampf und überwältigender erster Moment

Im SRH-Waldklinikum Gera kämpfte Annabell Buchmann sechzehn lange Stunden, bis ihre Tochter Rosalie Mirabella endlich das Licht der Welt erblickte. Mit 46 Zentimetern Größe und 2115 Gramm Gewicht war das Mädchen ein zartes Frühchen. „Ich habe ihr die Nabelschnur durchgeschnitten, wir waren im ersten Moment einfach überglücklich“, erinnert sich Papa Jeremie bewegend.

Schockierende Diagnose: Das seltene Kollodium-Baby

Doch dieser Glücksmoment sollte nicht lange anhalten. Als die Eltern ihr Neugeborenes genauer betrachteten, wurde ihnen schnell klar, dass etwas nicht stimmte. „Als wir unser Baby ansahen, raste mein Herz, wir standen unter Schock“, berichtet Annabell mit stockender Stimme. Die Ärzte nahmen die Kleine sofort wieder von der Brust der Mutter – Rosalie Mirabella war als sogenanntes Kollodium-Baby zur Welt gekommen.

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Eine glänzende Membran, die an Pergament erinnert, umspannte den gesamten Körper des Neugeborenen. „Unsere Rosalie wirkte wie ein zerbrechliches Porzellanpüppchen. Ihre Haut fühlte sich elastisch an, fast wie eine durchsichtige Folie“, beschreibt Jeremie den ersten Eindruck. Noch in derselben Nacht wurde das Baby in die Universitätsklinik Jena verlegt, wo die Eltern erfuhren, wie außergewöhnlich selten dieser Zustand ist: In Deutschland werden jährlich etwa 800.000 Kinder geboren, doch nur acht davon kommen als Kollodium-Babys zur Welt.

Genetische Ursache und lebenslange Herausforderung

Bluttests brachten schließlich Gewissheit: Beide Eltern tragen ein Gen in sich, das diese seltene Erkrankung auslösen kann. „Natürlich wussten wir das vorher nicht“, sagt Jeremie leise. Für Rosalie bedeutet die Diagnose, dass sie ein Leben lang mit Ichthyose leben muss – einer unheilbaren Fischschuppenkrankheit, die eine ständige Hautpflege mit speziellen Feuchtigkeitscremes erfordert.

Die junge Familie ist derzeit im Ronald-McDonald-Haus neben der Klinik untergebracht. „Wir müssen alle drei Stunden zu Rosalie, die als Frühchen im Inkubator liegt“, erklärt Annabell. „Wir cremen sie mit fünf verschiedenen Cremes ein, baden sie regelmäßig, und ich stille sie.“ Mittlerweile sitzt jeder Handgriff, doch wann sie mit ihrer Tochter nach Hause dürfen, weiß noch niemand.

Starke kleine Kämpferin und hoffnungsvolle Zukunft

Trotz aller Herausforderungen blicken Annabell und Jeremie zuversichtlich in die Zukunft. „Wir lieben unsere Rosalie von Anfang an“, betont das Paar einstimmig. Sie wünschen sich für ihre Tochter ein möglichst normales Leben voller Leichtigkeit. „Sie soll mit zum Reiten und Kinderschminken gehen können, in die Kita und später in die Schule“, hofft Annabell.

Bereits jetzt zeigt die kleine Rosalie, welche Kraft in ihr steckt: „Sie hat ordentlich zugenommen, wiegt jetzt schon 3000 Gramm. Und sie lächelt oft und wunderschön“, berichten die stolzen Eltern. Mit jeder Gewichtszunahme und jedem Lächeln wächst die Hoffnung, dass dieses besondere Mädchen trotz ihrer seltenen Erkrankung ein erfülltes Leben führen kann.

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