Die Sparpläne der Bundesregierung im Zuge der geplanten Gesundheitsreform treiben Sachsens Krankenhäuser in existenzielle Nöte. Wie die „Sächsische Zeitung“ und die „Leipziger Volkszeitung“ berichten, fürchten die Kliniken massive finanzielle Einschnitte, die ihre Arbeit gefährden könnten.
Klinikum Chemnitz: 12 Millionen Euro weniger
Martin Jonas, kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Chemnitz, äußerte sich besorgt: „Durch die schnelle Realisierung haben wir fast keine Handlungsmöglichkeiten.“ Die Kliniken seien bereits über Jahre kaputtgespart worden. „Das entzieht uns die Existenzgrundlage.“ Nach ersten Berechnungen würde dem Klinikum Chemnitz durch das neue Gesetz zusätzlich 12 Millionen Euro fehlen. Für 2027 drohe damit insgesamt ein Verlust von 20 Millionen Euro.
Reform mit Ausgabenbremsen
Das Bundeskabinett hatte Ende April die Gesundheitsreform auf den Weg gebracht, die die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten soll. Die Gesetzespläne sehen unter anderem Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und in der Pharmabranche vor.
Elblandkliniken: Vorstand spricht von Katastrophe
Auch die Elblandkliniken in Riesa, Radebeul, Meißen und Großenhain warnen vor den finanziellen Folgen. Vorstand Rainer Zugehör bezeichnete das Vorhaben als „Katastrophe“. Zwar könnten die Elblandkliniken die Belastung durch das Gesetz im Jahr 2027 noch irgendwie überstehen, „aber ab 2028 habe ich zurzeit keine Ahnung. Man kann solche Summen auch nicht einsparen, indem man zum Beispiel eine Abteilung schließt.“
Klinikum St. Georg Leipzig: Vollbremsung befürchtet
Die Geschäftsführung des Leipziger Klinikums St. Georg blickt ebenfalls mit großer Sorge auf das Vorhaben von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU). „Die neuen gesetzlichen Vorgaben wirken wie eine Vollbremsung“, hieß es. Die Einrichtungen sehen sich gezwungen, drastische Maßnahmen zu ergreifen, um die finanziellen Löcher zu stopfen.



