Bayerns einzige Sonderisolierstation in Schwabing nach Modernisierung einsatzbereit
Sonderisolierstation in Schwabing: Bayern für den Ernstfall gerüstet

Bayerns einzige Sonderisolierstation nach umfassender Modernisierung einsatzbereit

Die München Klinik Schwabing hat ihre Sonderisolierstation (SIS) nach einer umfassenden Modernisierung wieder in Betrieb genommen. Es handelt sich dabei um die einzige Einrichtung dieser Art in ganz Bayern, die für die Behandlung von Patienten mit hochpathogenen Erregern ausgelegt ist. Diese sogenannten "High consequence infectious diseases" (HCID) umfassen lebensbedrohliche Krankheiten wie Lungenpest, Ebola, Lassa-Fieber oder Krim-Kongo-Fieber, die mit hohen Sterblichkeitsraten einhergehen können.

Höchste Sicherheitsstandards für den Ernstfall

Die modernisierte Station erfüllt nun höchste Sicherheitsstandards und verfügt über spezialisierte Kompetenzen zur Versorgung von Patienten mit potenziell lebensbedrohlichen, hoch ansteckenden Krankheiten. "Wir hoffen, dass diese Station niemals zum Einsatz kommen muss", betont der leitende Oberarzt Wolfgang Guggemos. "Aber wenn ein HCID-Patient zu versorgen ist, dann muss die Station in allen Bereichen reibungslos funktionieren."

Der kaufmännische Geschäftsführer der München Klinik, Dr. Tim Guderjahn, ergänzt: "Mit der Modernisierung haben wir gemeinsam eine Station geschaffen, die modernen Anforderungen entspricht und auf die sich Bayern im Ernstfall verlassen kann."

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Warum eine spezielle Isolierstation notwendig ist

Bei der Behandlung von Patienten mit Infektionserkrankungen mit möglicherweise weitreichenden Konsequenzen sind die üblichen Strukturen einer Klinik nicht nutzbar. Die Anforderungen an den Schutz der Umgebung und des Personals sind so hoch, dass alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen auf einer autarken Sonderisolierstation gewährleistet werden müssen.

Die baulichen Maßnahmen umfassten insbesondere:

  • Eine hochkomplexe Klimatechnik mit Unterdruck in der Behandlungseinheit
  • Mehrfache Filtersysteme für die Abluft
  • Zutrittsbeschränkung durch Sicherheitsschleusen
  • Eine hochmoderne Einheit zur sicheren Dekontamination des Personals

Hochgesicherte Räume und speziell geschultes Personal

Die Schwabinger SIS befindet sich im Haus 10 in unmittelbarer Nähe zur infektiologischen Hauptabteilung und verfügt über:

  1. Einen hochgesicherten Behandlungsraum mit angegliedertem Labor
  2. Zwei intensivmedizinische Bettenplätze
  3. Die Möglichkeit der Aktivierung binnen weniger Stunden

Neben den baulich-technischen Anforderungen ist die Vorhaltung von speziell ausgebildetem Personal elementar. Die Mitarbeiter müssen die besonderen Anforderungen der intensivmedizinischen Patientenversorgung unter den Erfordernissen eines maximalen Personalschutzes erfüllen. Hierzu ist es erforderlich, die Patienten im Ganzkörper-Schutzanzug mit integrierter Luftversorgung und Kommunikationstechnik zu versorgen.

Unterschied zu gewöhnlichen Infektionsstationen

Nicht alle ansteckenden Krankheiten erfordern die Nutzung einer Sonderisolierstation. Die gängigen infektiösen Erkrankungen wie Influenza, Covid-19 und Tuberkulose, aber auch seltene Tropenerkrankungen werden in der München Klinik in der spezialisierten Hauptabteilung für Infektiologie behandelt. Die SIS wird ausschließlich für HCID-Fälle der höchsten Risikostufe IV vorgehalten, die nicht auf einer gewöhnlichen Infektionsstation behandelt werden können.

Förderung durch den Freistaat und Übergangsplanung

Weil die Vorhaltung einer solchen Sonderisolierstation Ländersache ist, hat der Freistaat Bayern die Modernisierung gefördert. Die München Klinik ist verantwortlich für Umsetzung und Betrieb der Station bis 2028, danach wird die Verantwortung an die Universitätsklinika der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität München übertragen. Die Vorbereitungen für diesen Übergang laufen bereits.

Bei der Wiedereröffnung der Station waren neben Vertretern der München Klinik auch Dr. Rainer Hutka, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention, sowie Dr. Susanne Herrmann, stellvertretende Gesundheitsreferentin der Landeshauptstadt München, anwesend. Die enge Zusammenarbeit zwischen Klinik, Landesregierung und Stadtverwaltung unterstreicht die Bedeutung dieser Einrichtung für die öffentliche Gesundheit in Bayern.

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