Neue Studie aus Australien: E-Zigaretten könnten krebserregend sein
E-Zigaretten erfreuen sich besonders bei jungen Menschen großer Beliebtheit und werden von Herstellern oft als weniger schädliche Alternative zu herkömmlichen Tabakzigaretten beworben. Eine aktuelle Studie aus Australien, die von der Oxford University Press veröffentlicht wurde, stellt diese Annahme nun in Frage und bestätigt damit Warnungen von Wissenschaftlern, die seit Jahren vor den Gefahren des Vapens mahnen.
Biomarker-Studie zeigt DNA-Schäden und Entzündungen
Die Autoren der Studie analysierten wissenschaftliche Arbeiten seit 2017 sowie sogenannte Biomarker – frühe Warnsignale im Körper. Die Ergebnisse sind alarmierend: Menschen, die E-Zigaretten konsumieren, nehmen Schwermetalle und andere chemische Substanzen auf, welche die DNA schädigen und Entzündungsprozesse auslösen können. Beide Faktoren gelten als charakteristische Merkmale für die Entstehung von Krebserkrankungen.
Professor Dr. Martin Widschwendter, Experte für Krebsprävention, kommentiert die Studie für BILD und weist auf ein zentrales Problem hin: „Direkte epidemiologische Daten zur Krebsinzidenz bei ausschließlichen E-Zigaretten-Nutzern ohne Tabak-Vorexposition existieren praktisch nicht.“ Der Grund dafür liegt in der relativ kurzen Verfügbarkeit von E-Zigaretten, die erst seit etwa 2010 breit auf dem Markt sind. Lungenkrebs habe jedoch eine Latenzzeit von 20 bis 40 Jahren.
Österreich reagiert mit strengeren Verkaufsregeln
Angesichts dieser Wissenslücken hat Österreich bereits konkrete Maßnahmen ergriffen. Ab April gelten dort neue gesetzliche Vorgaben: E-Liquids dürfen künftig nur noch in Tabakläden und bei speziellen Lizenznehmern angeboten werden. Ziel dieser Regelung ist es, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und den unkontrollierten Verkauf alternativer Tabakprodukte einzudämmen.
Deutschland startet Lungenkrebs-Screening für Raucher
In Deutschland tritt zum 1. April ein neues Lungenkrebs-Screening für Raucher in Kraft. Professor Martin Schuler, ein renommierter Onkologe, erklärt die aktuelle Situation: „Bisher ist die Anrechnung der Belastung für das Lungenkrebs-Risiko unklar. Daher werden E-Zigaretten-Raucher nur eingeschlossen, wenn sie vorher entsprechend lange und viele herkömmliche Zigaretten geraucht haben.“
Der Mediziner betont, dass erste Studien zwar Hinweise darauf geben, dass der Konsum von E-Zigaretten zu Lungenkrebs führen kann, jedoch fehlen noch ausreichende Daten für eine genaue Risikoabschätzung. „Rauchen ist ungesund. Egal, ob Zigaretten, E-Zigaretten oder Vapes. Die Rauchentwöhnung muss für alle das Ziel sein“, so Professor Schuler abschließend.
Die Experten sind sich einig: Bei Tabakprodukten dauerte es Jahrzehnte, bis die epidemiologischen Daten die biologischen Erkenntnisse einholten. Diesen Fehler sollte man bei E-Zigaretten nicht wiederholen und stattdessen frühzeitig auf die potenziellen Gesundheitsrisiken hinweisen.



