US-Studie: Starke Griffkraft reduziert Sterberisiko bei älteren Frauen erheblich
Griffkraft senkt Sterberisiko bei älteren Frauen deutlich

US-Studie: Hohe Griffkraft senkt Sterberisiko von älteren Frauen deutlich

Eine umfangreiche Auswertung eines amerikanischen Forschungsteams belegt eindrucksvoll: Frauen ab 63 Jahren mit besonders ausgeprägter Griffkraft verfügen über ein signifikant geringeres Sterberisiko. In der Gruppe mit der stärksten Handkraft lag das Risiko sogar rund ein Drittel unter dem der Teilnehmerinnen mit der schwächsten Griffkraft. Die Wissenschaftler untersuchten gezielt den Zusammenhang zwischen Muskelkraft im fortgeschrittenen Alter und der allgemeinen Sterblichkeit.

Umfangreiche Untersuchung mit klaren Ergebnissen

Für die Studie wurden insgesamt 5472 Frauen im Alter von 63 bis 99 Jahren einer detaillierten Analyse unterzogen. Als Grundlage dienten verschiedene zwischen 2012 und 2014 erfasste Gesundheitswerte. Neben der präzisen Messung der Griffkraft dokumentierten die Forscher auch, wie viel Zeit die Probandinnen benötigten, um fünfmal ohne fremde Hilfe von einem Stuhl aufzustehen. Zusätzlich trugen alle Teilnehmerinnen einen speziellen Bewegungssensor, der objektiv erfasste, wie aktiv sie im täglichen Leben waren und wie viel Zeit sie im Sitzen verbrachten. Die wissenschaftliche Begleitung der Frauen erstreckte sich im Durchschnitt über 8,4 Jahre. Die bedeutenden Ergebnisse wurden im renommierten Fachjournal JAMA Network Open veröffentlicht.

Deutliche Unterschiede bei der Griffkraft und im Stuhltest

Während der Nachbeobachtungsphase verstarben 1964 der teilnehmenden Frauen. Die Auswertung offenbarte einen klaren Trend: Je höher die gemessene Griffkraft ausfiel, desto niedriger war die beobachtete Sterblichkeit. Konkret hatten Frauen mit der höchsten Handkraft ein um etwa 33 Prozent reduziertes Sterberisiko im Vergleich zu den Frauen mit der geringsten Kraft. Ein ähnliches Bild zeigte der durchgeführte Stuhltest. Probandinnen, die die fünf Aufstehvorgänge am schnellsten absolvierten – also in 11,1 Sekunden oder weniger – wiesen ein um rund 37 Prozent niedrigeres Sterberisiko auf als die langsamste Gruppe, die 16,7 Sekunden oder mehr benötigte.

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Robuster Zusammenhang trotz Berücksichtigung zahlreicher Faktoren

In ihrer umfassenden Analyse berücksichtigten die Forscher eine Vielzahl von Einflussfaktoren. Dazu gehörten unter anderem das Alter, bestehende Vorerkrankungen, der Blutdruck, Rauchgewohnheiten, das Körpergewicht und weitere relevante Gesundheitswerte. Der festgestellte Zusammenhang zwischen Muskelkraft und Sterblichkeit blieb dabei stabil erhalten. Selbst als die gemessene Alltagsbewegung, die tägliche Sitzzeit und die Gehgeschwindigkeit als Indikator für die Ausdauerfitness in die Berechnungen einflossen, veränderte sich das Ergebnis kaum. Bemerkenswerterweise beeinflussten sogar Entzündungswerte im Blut den Befund nur in geringem Maße.

Besonders interessant: Sogar Frauen, die die empfohlenen 150 Minuten Ausdauerbewegung pro Woche nicht erreichten, profitierten von einer höheren Griffkraft mit einem geringeren Sterberisiko. Dieser positive Zusammenhang zeigte sich ebenfalls bei Teilnehmerinnen, die im Alltag eine Gehhilfe verwendeten.

Einschränkungen der Beobachtungsstudie

Es handelt sich bei dieser Untersuchung um eine Beobachtungsstudie. Sie zeigt zwar deutliche Zusammenhänge auf, kann jedoch nicht beweisen, dass eine gesteigerte Muskelkraft allein die direkte Ursache für ein längeres Leben ist. Zudem wurden in die Studie ausschließlich ältere Frauen einbezogen, die noch gehfähig waren – teilweise mit Unterstützung einer Gehhilfe. Bettlägerige oder dauerhaft nicht gehfähige Personen nahmen nicht an der Forschung teil.

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