Demminer Feuerwehr erhält lebensrettenden Defibrillator
Die Freiwillige Feuerwehr der Hansestadt Demmin verfügt ab sofort über einen Defibrillator. Das medizinische Gerät kann bei einem Herznotfall durch gezielte Stromstöße das Herz wieder in einen normalen Rhythmus bringen. Der automatisierte externe Defibrillator (AED) ist speziell für den Einsatz durch medizinische Laien konzipiert und einfach zu bedienen.
Spende ermöglicht Anschaffung
Beate Oelmann, Inhaberin des Gefahrgutservice Oelmann und Expertin für Arbeitssicherheit, hat mit einer Spende maßgeblich zur Anschaffung beigetragen. „Es ist keine Rieseninvestition, aber es kann Menschenleben retten – und ein Leben ist unbezahlbar“, sagt sie. Die Feuerwehr freut sich sehr, denn ein Defibrillator stand schon lange ganz oben auf der Wunschliste der Kameraden.
Wehrführer Felix Schliwa betont die Bedeutung des Geräts: „Wir sind alle in Erster Hilfe geschult, und es gibt unter den Kameraden zwei First-Responder mit erweiterter Ausbildung.“ Die Versorgung von Verletzten wird regelmäßig geübt, jährlich wechseln sich normale Auffrischungen und gezielte Weiterbildungen mit dem Rettungsdienst ab.
Schneller vor Ort als der Rettungsdienst
Die Demminer Feuerwehr ist bekannt für ihre schnelle Reaktionszeit. „Wir haben viele Einsätze, wo wir weit eher vor Ort sind als der Rettungsdienst“, unterstreicht Schliwa. Beate Oelmann kennt die Bedeutung schneller Hilfe aus eigener Erfahrung: Ihr Mann starb unerwartet im Auto. „Wenn die Feuerwehr damals einen Defi an Bord gehabt hätte – vielleicht wäre es möglich gewesen, ihn zu retten“, sagt sie bewegt.
Der Defibrillator ist derzeit noch nicht Standard auf den Fahrzeugen. „Ich war entsetzt, als ich das erfahren habe“, gesteht Oelmann. Sie nutzte die Gelegenheit, das Gerät bei der Feuerwehr zu besichtigen. Der AED wird im Gebäude geladen und ab sofort bei Einsätzen mitgeführt – „auch zum Schutz unserer eigenen Leute“, erklärt Schliwa. Der stellvertretende Wehrführer Robert Meyer ist der „Defi-Pate“ und hat eine umfassende Ersteinweisung erhalten. Er kümmert sich nun um die Schulung der Kameraden.
Feuerwehr veröffentlicht Wunschliste
Die Stadtkasse ist knapp, und nicht alles Wünschenswerte kann von der Kommune finanziert werden. Doch viele Bürger unterstützen das Engagement der Feuerwehr. Deshalb hat die Wehr eine umfangreiche Wunschliste aufgestellt. „Das sind oft Kleinigkeiten, aber die sind wichtig“, sagt Schliwa und zeigt ein Kippfenster-Öffnungsgerät, das erst kürzlich eingetroffen ist. „Das kostet nur zehn Euro, aber es hilft uns ungemein, denn es bringt beim Einsatz richtig Tempo.“ Türöffnungen werden grundsätzlich mit der Drehleiter durchgeführt – mit dem Gerät kann ein gekipptes Fenster in Sekundenschnelle geöffnet werden.
Dank Spenden: Feuerwehr kann jetzt helfen
Für jeden Kameraden sei es eine schlimme Situation, wenn man vor Ort nicht helfen kann, weil das benötigte Hilfsmittel fehlt, betont Schliwa. Umso wertvoller sei der Defibrillator. Das Gerät kostet 1700 Euro. 500 Euro spendete der Gefahrgutservice Oelmann, weitere 500 Euro kamen von Landtagsabgeordnetem Franz-Robert Liskow (CDU). Die Restsumme finanzierte der Feuerwehrverein aus Einnahmen von Bratwurstverkäufen und ähnlichen Aktionen. „Das Gerät gibt uns nun die Möglichkeit, im Ernstfall zu helfen. Und das ist jeden Euro wert.“



