Italien: Drama um zweijährigen Jungen nach misslungener Herztransplantation
Drama um zweijährigen Jungen nach Herztransplantation

Italien: Drama um zweijährigen Jungen nach misslungener Herztransplantation

In der Monaldi-Klinik in Neapel liegt seit kurz vor Weihnachten ein kleiner Junge, noch keine zweieinhalb Jahre alt, im Koma. Das Kind wird nur noch durch eine ECMO-Maschine am Leben gehalten, nachdem ein Versuch, ihm ein Spenderherz einzupflanzen, katastrophal gescheitert ist. Sein Zustand wird von den Ärzten als „sehr kritisch“ beschrieben.

Ein furchtbarer Transportfehler

Am 22. Dezember schien sich das Schicksal des Jungen noch zum Guten zu wenden, als ein passendes Spenderherz in Südtirol gefunden wurde. Doch auf dem Rückflug nach Neapel unterlief dem Transportteam ein schwerwiegender Fehler: Das Organ wurde nicht wie üblich in herkömmlichem Eis transportiert, sondern kam mit Trockeneis in Kontakt, das Temperaturen von etwa minus 80 Grad Celsius erreicht. Dadurch „erfror“ das Herz buchstäblich.

Da den Ärzten in Neapel das eigene Herz des Jungen bereits entnommen worden war, transplantierten sie das schwer beschädigte Organ dennoch. Der kleine Patient überlebte nur dank der lebenserhaltenden Maschine. Gegen sechs Ärzte und Sanitäter wird nun ermittelt, die Kühlbox wurde von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt.

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Die verzweifelte Suche nach einem neuen Herz

In ganz Europa wird nun fieberhaft nach einem neuen Spenderherz gesucht, doch die Zeit drängt. Ein Herz eines Erwachsenen wäre für den zweijährigen Jungen zu groß, es muss ein Kinderherz sein. Die Situation hat ganz Italien bewegt, sogar Ministerpräsidentin Giorgia Meloni rief der Mutter zu, um Unterstützung zuzusichern.

Die Mutter, Patrizia Mercolino, die ihren Sohn öffentlich nur als „kleinen Krieger“ bezeichnet, zeigt sich in täglichen Fernsehauftritten kämpferisch: „Ich gebe nicht auf. Ich verliere auch nicht die Hoffnung.“ In ihrer Verzweiflung wandte sie sich sogar an Papst Leo XIV.

Medizinische Uneinigkeit und eine Hiobsbotschaft

Unter den Ärzten herrschte in den letzten Tagen Uneinigkeit über die Behandlungsmöglichkeiten. Während das renommierte Vatikan-Kinderkrankenhaus Bambino Gesù in Rom den Jungen aufgrund des hohen Risikos eines Multiorganversagens für „nicht mehr transplantierbar“ erklärte, hielt die Monaldi-Klinik eine erneute Transplantation für möglich – falls rechtzeitig ein neues Kinderherz gefunden wird.

Am Dienstagabend keimte kurz neue Hoffnung auf, als bekannt wurde, dass in Italien ein dreijähriger Junge an Leukämie gestorben war und seine Eltern sein Herz zur Verfügung stellen wollten. Doch diese Hoffnung zerschlug sich schnell, da der Verstorbene eine andere Blutgruppe hatte.

Am Nachmittag folgte dann die befürchtete Hiobsbotschaft: Ein Gremium aus Herzchirurgen vier verschiedener italienischer Kliniken kam nach einer Untersuchung zu dem Schluss, dass eine erneute Operation aus medizinischer Sicht keinen Sinn mehr habe. In einer knappen Mitteilung hieß es: „Auf der Grundlage der letzten Untersuchungen wird festgestellt, dass der Zustand des Kindes nicht mit einer neuen Transplantation vereinbart ist.“

Ein Schicksal, das viele berührt

Das Drama des kleinen Jungen in Neapel wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen der Organtransplantation. Allein in Deutschland warten derzeit etwa 1.100 Menschen auf ein Spenderherz. Der Fall zeigt, wie fragil die Hoffnung auf ein neues Organ sein kann und wie verheerend sich menschliche Fehler auswirken können.

Während die Ermittlungen gegen das medizinische Personal weiterlaufen, bleibt die Familie des Jungen in einer schier ausweglosen Situation. Die Eltern wurden über die neueste Entwicklung umgehend informiert, wie es in der Mitteilung der Ärzte heißt – ein kleiner Trost in einer Zeit unermesslichen Leids.

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