Hannes Kinigadner: Die unerschütterliche Hoffnung auf Heilung
Hannes Kinigadner (41) sitzt seit einem schweren Unfall vor 22 Jahren im Rollstuhl. Von den Schultern abwärts ist er vollständig gelähmt – ohne Gefühl und ohne Bewegung. Dennoch hat der Österreicher die Hoffnung auf eine mögliche Heilung nie aufgegeben. „Ich bin überzeugt, dass sich in der Forschung gerade sehr viel tut. Ich bin mir sicher, dass ich wieder aus diesem Rollstuhl aufstehen werde“, erklärt Kinigadner gegenüber Medien.
Der verhängnisvolle Tag im Juli 2003
Die Ursprünge dieser bewegenden Geschichte liegen am 26. Juli 2003. Damals war Hannes Kinigadner erst 19 Jahre alt und folgte wie sein Vater Heinz den Spuren des Motocross-Sports. Bei einem Benefizrennen in Österreich kam es zur Katastrophe: Ein vor ihm stürzender Fahrer ließ keine Ausweichmöglichkeit. Kinigadner wurde über den Lenker geschleudert und schlug mit dem Kopf auf.
„Ich habe meine Hand gesehen – aber sie hat sich angefühlt, als wäre sie gar nicht mehr da“, erinnert sich Kinigadner. „Ich habe die Leute gebeten, mir die Stiefel auszuziehen. Und sie sagten: Die sind schon aus. Da habe ich gemerkt: Ich spüre nichts mehr.“
Der Kampf im Krankenhaus und die schwierige Realität
Im Krankenhaus kämpfte Kinigadner zunächst um sein Überleben. Er erlitt zwei Herzstillstände, einen Kleinhirninfarkt und drohte zu ersticken. Als sich sein Zustand stabilisierte, wurde er zum ersten Mal in einen Rollstuhl gesetzt. „Das war der Moment, in dem ich wirklich begriffen habe, was los ist. Das war der schlimmste Tag meines Lebens. Da ist für mich alles zusammengebrochen“, beschreibt er diesen einschneidenden Augenblick.
Die Geburt von Wings for Life
Während Hannes mit seiner neuen Realität rang, begann sein Vater Heinz Kinigadner – selbst zweifacher Motocross-Weltmeister – nach medizinischen Lösungen zu suchen. Die ernüchternde Erkenntnis: Zu wenig Geld und zu wenig Aufmerksamkeit behinderten die Forschung zur Heilung von Querschnittslähmungen.
Gemeinsam mit Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz gründeten sie daher die Stiftung Wings for Life. Was als persönliche Antwort auf ein individuelles Schicksal begann, entwickelte sich zu einer globalen Mission. Auch der bekannte Wings for Life World Run gehört zu den Initiativen der Stiftung.
Eine Stiftung, die größer wurde als ihr Auslöser
„Natürlich wurde die Stiftung wegen mir gegründet, aber sie ist längst viel größer als ich“, betont Kinigadner. „Auch wenn ich mir diesen Unfall nie ausgesucht hätte – es ist etwas Gutes daraus entstanden.“
Die Stiftung Wings for Life hat sich zum Ziel gesetzt, die Heilung von Querschnittslähmung durch intensive Forschungsförderung möglich zu machen. Kinigadners persönliche Überzeugung und der unermüdliche Einsatz der Stiftung geben nicht nur ihm, sondern tausenden Betroffenen weltweit Hoffnung auf eine Zukunft jenseits des Rollstuhls.



