Hantavirus-Kreuzfahrt: Passagier bricht in Tränen aus – „Wir wollen nur nach Hause“
Hantavirus-Kreuzfahrt: Passagier weint – „Wir wollen heim“

Vor der Küste von Kap Verde liegt ein Kreuzfahrtschiff in Quarantäne: Die MV „Hondius“ ist zum Symbol einer Tragödie geworden. Drei Menschen sind tot, drei weitere schwer erkrankt. Das tödliche Hantavirus wurde bei zwei Toten nachgewiesen. Die 149 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord dürfen nicht von Bord – die Behörden verweigern die Einreise. Ein Reiseblogger bricht in einem emotionalen Video in Tränen aus und fleht um Hilfe.

Reiseblogger schildert dramatische Lage

Der US-Amerikaner Jake Rosmarin, der auf Instagram rund 46.700 Follower hat, postete am Montag ein bewegendes Statement. Mit Tränen in den Augen sagt er: „Ich bin derzeit an Bord der MV ‚Hondius‘ – und was gerade passiert, ist für uns alle hier sehr real.“ Das Video zeigt die Verzweiflung, die auf dem Schiff herrscht. „Wir sind nicht nur eine Geschichte, wir sind nicht nur Schlagzeilen. Wir sind Menschen. Menschen mit Familien, mit einem Leben, mit Menschen, die zu Hause auf uns warten“, so Rosmarin weiter. Die Behörden von Kap Verde lassen das Schiff nicht anlegen. Nur zwei Schwerkranke sollen an Land gebracht werden, um medizinisch versorgt zu werden.

Reederei gibt Update zur Lage

Die Reederei „Oceanwide Expeditions“ teilte mit, dass die beiden erkrankten Besatzungsmitglieder weiterhin unter Atemwegsbeschwerden leiden und dringend ärztliche Hilfe benötigen. „Derzeit wurden keine weiteren Personen mit Symptomen identifiziert“, heißt es in einer Stellungnahme. Die Stimmung an Bord sei ruhig, die Passagiere im Allgemeinen gefasst. An der Ausschiffung werde gearbeitet. Rosmarin ergänzt: „Alles, was wir im Moment wollen, ist, uns sicher zu fühlen, Klarheit zu bekommen und nach Hause zu kommen.“

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Hantavirus als Todesursache bestätigt

Die ersten Todesfälle ereigneten sich am 11. April, als ein 70-jähriger Niederländer an Bord starb. Er wurde auf St. Helena von Bord gebracht, seine Frau begleitete ihn. Wenig später starb auch sie. Bei ihr wurde das Hantavirus nachgewiesen. Ein weiterer Toter ist ein Brite, der in Südafrika behandelt wird. Am 2. Mai starb ein Deutscher an Bord. Das Schiff wurde unter höchste Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen gestellt: Isolationsmaßnahmen, Hygieneprotokolle und medizinische Überwachung.

Medizinische Evakuierung geplant

Die niederländischen Behörden bereiten eine medizinische Evakuierung der beiden Patienten vor. Auch eine Person, die engen Kontakt mit dem verstorbenen Deutschen hatte, soll ausgeflogen werden. „Dazu werden zwei Spezialflugzeuge eingesetzt, die mit der erforderlichen medizinischen Ausrüstung ausgestattet sind und von geschultem medizinischem Personal besetzt werden“, so die Reederei. Ein genauer Zeitplan steht noch nicht fest. Möglicherweise wird das Schiff mit den verbliebenen Menschen an Bord Richtung Las Palmas oder Teneriffa weiterfahren. Rosmarin meldete sich später noch einmal mit einem optimistischeren Post: „Mir geht es gut, und Oceanwide Expeditions sowie die Crew tun alles, was sie können, um uns sicher und informiert zu halten.“

Hintergrund: Hantavirus

Das Hantavirus wird hauptsächlich durch Nagetiere übertragen und kann schwere Erkrankungen wie Lungenversagen oder Nierenversagen auslösen. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis vier Wochen. Eine Impfung gibt es nicht. Die Reederei arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung für die Gestrandeten.

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