Italien bangt um kleinen Jungen: Nach missglückter Herztransplantation wartet Zweijähriger auf Ersatzorgan
Italien bangt um Jungen: Nach Herztransplantationsfehler

Italien bangt um kleinen Jungen: Nach missglückter Herztransplantation wartet Zweijähriger auf Ersatzorgan

In der Monaldi-Klinik in Neapel liegt seit kurz vor Weihnachten ein kleiner Junge, der noch keine zweieinhalb Jahre alt ist. Das Kind, das in den Medien oft als Domenico, Francesco oder Tommasino bezeichnet wird, leidet seit seiner Geburt an einem schweren Herzfehler. Aktuell wird der Junge ausschließlich durch eine ECMO-Maschine am Leben gehalten, die als künstliche Lunge und Herz fungiert.

Transportfehler führt zu dramatischer Situation

Bei dem Versuch, dem Jungen ein Spenderherz zu implantieren, kam es zu einem schwerwiegenden Fehler. Das Organ wurde nicht wie üblich in herkömmlichem Eis transportiert, sondern kam mit Trockeneis in Kontakt, das Temperaturen von etwa minus 80 Grad Celsius erreicht. Dadurch erfror das Herz buchstäblich. Trotz des schweren Schadens wurde das Organ transplantiert, nachdem den Ärzten das eigene Herz des Jungen bereits entnommen worden war.

Seit diesem Vorfall liegt der kleine Patient im Koma – mittlerweile seit fast 60 Tagen. Die Ärzte beschreiben seinen Zustand als sehr kritisch. Die Eltern erfuhren zunächst nur, dass die Transplantation misslungen sei, die genauen Umstände erkannten sie erst durch Medienberichte.

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Ermittlungen und nationale Anteilnahme

Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Ermittlungen gegen sechs Ärzte und Sanitäter aufgenommen. Die verwendete Kühlbox wurde beschlagnahmt. Das Schicksal des Jungen bewegt ganz Italien und hat sogar die höchsten politischen Ebenen erreicht. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni rief die Mutter persönlich an, um Unterstützung zuzusichern.

Die Mutter, Patrizia Mercolino, die ihren Sohn als kleinen Krieger bezeichnet, zeigt sich in öffentlichen Auftreten bemerkenswert gefasst. „Ich gebe nicht auf. Ich verliere auch nicht die Hoffnung“, beteuert sie regelmäßig in Interviews. In ihrer Verzweiflung wandte sie sich sogar an Papst Leo XIV. um Hilfe.

Medizinische Uneinigkeit und neue Hoffnung

Unter den Medizinern herrscht Uneinigkeit über die weiteren Behandlungschancen. Das renommierte Vatikan-Kinderkrankenhaus Bambino Gesù in Rom kam zu dem Schluss, dass der Junge aufgrund des hohen Risikos eines Multiorganversagens nicht mehr transplantierbar sei. Die Monaldi-Klinik hingegen hält eine erneute Transplantation für möglich – falls rechtzeitig ein neues Kinderherz gefunden wird.

Am Dienstagabend gab es neue Hoffnung: Ein dreijähriger Junge ist in Italien an Leukämie verstorben, und seine Eltern stellen sein Herz zur Verfügung. Allerdings hat dieses Organ eine andere Blutgruppe, sodass noch entschieden werden muss, ob es dem Jungen in Neapel oder einem anderen Kind zugutekommt.

Europäische Dimension des Organmangels

Der Fall verdeutlicht die dramatische Situation bei Organspenden in Europa. Aktuell warten mehr als 13.000 Menschen dringend auf ein neues Organ. Allein in Deutschland waren zum Jahresende mehr als 1.100 Menschen auf ein Spenderherz angewiesen. Genaue Zahlen, wie viele Kinder darunter sind, liegen nicht vor.

Als mögliche Alternative wird auch ein sogenanntes Berliner Herz in Betracht gezogen – eine Pumpe, die das Blut durch den Körper transportieren kann, bis ein Spenderherz gefunden wird. „Wenn alles gut läuft, kann ihn das retten“, erklärt Hakan Atintürk, Leiter der Kinderherzchirurgie der Universitätsklinik Gießen. „Man kann damit zwei Jahre überbrücken – wenn es keine Komplikationen gibt.“

Solidarität und Gebete

Vor dem Monaldi-Krankenhaus versammeln sich abends Menschen zum Gebet. Die Bilder dieser Solidaritätsbekundungen gehen durch das Internet. Eine Nachricht fasst die Stimmung zusammen: „Forza, piccolo guerriero: non sei solo“ – auf Deutsch: „Komm schon, kleiner Krieger: Du bist nicht allein.“

Während die Suche nach einem passenden Spenderherz in ganz Europa weitergeht, bleibt die Zeit der kritischste Faktor. Die medizinischen Möglichkeiten sind begrenzt, und die Hoffnung der Familie sowie der gesamten Nation hängt an jedem neuen Entwicklungsschritt.

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