Völlig misslungene Herztransplantation: Zweijähriger in Neapel kämpft um neues Spenderorgan
Misslungene Transplantation: Zweijähriger hofft auf Ersatzherz

Dramatischer Fall in Neapel: Zweijähriger nach misslungener Herztransplantation in Lebensgefahr

In der Intensivstation des Ospedale Vincenzo Monaldi in Neapel kämpft ein zweijähriger Junge um sein Leben. Seit einer völlig misslungenen Herztransplantation vor Weihnachten liegt das Kind im Koma und wird nur noch durch eine ECMO-Maschine am Leben erhalten. Der Fall bewegt ganz Italien und hat inzwischen auch die Justiz und Politik erreicht.

Transportfehler zerstört lebensrettendes Spenderherz

Die Tragödie begann am 22. Dezember, als endlich ein passendes Spenderherz gefunden wurde. Ein vierjähriger Junge mit derselben Blutgruppe war in Südtirol ertrunken. Ein medizinisches Team machte sich auf den 800 Kilometer langen Weg nach Bozen, um das Organ abzuholen. Doch auf dem Rückflug geschah das Unglaubliche: Das Spenderherz kam nicht wie üblich mit herkömmlichem Eis in Kontakt, sondern mit extrem kaltem Trockeneis.

„Das Herz ist buchstäblich erfroren“, berichten medizinische Quellen. Statt der erforderlichen vier Grad plus herrschten etwa 80 Grad minus in der Transportbox. Trotz der schweren Beschädigung wurde das Organ transplantiert, nachdem dem Jungen bereits sein eigenes, nicht funktionsfähiges Herz entfernt worden war.

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Mutter kämpft um das Leben ihres Sohnes

Patrizia Mercolino, die Mutter des Jungen, erfährt die wahren Umstände erst aus Zeitungsberichten. „Wir haben alles erst aus den Zeitungen erfahren“, klagt sie. In den Medien nennt sie ihren Sohn nur „kleinen Krieger“ und hält seinen richtigen Namen geheim. Trotz der aussichtslosen Situation gibt sie nicht auf: „Ich verliere nicht die Hoffnung“, beteuert sie in Fernsehinterviews.

Die Mutter sucht sogar spirituelle Unterstützung und wandte sich an Papst Leo XIV. Vor dem Krankenhaus versammeln sich regelmäßig Menschen zum Gebet für den Jungen.

Justiz ermittelt gegen sechs Mediziner

Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Ermittlungen gegen sechs Ärzte und Sanitäter aufgenommen. Die Transportbox mit dem zerstörten Spenderherz wurde beschlagnahmt. Gleichzeitig sucht ein ganzes Land nach einer Lösung: Ministerpräsidentin Giorgia Meloni rief die Mutter persönlich an und versprach größtmögliche Unterstützung.

Medizinische Meinungen gehen auseinander

Die medizinische Lage ist äußerst komplex. Das renommierte Vatikan-Kinderkrankenhaus Bambino Gesù in Rom hält den Jungen für „nicht mehr transplantierbar“ wegen des hohen Risikos eines Multiorganversagens. Die ECMO-Behandlung, die nun seit fast 60 Tagen läuft, kann schwere Infektionen und Schäden an Lunge, Leber und Nieren verursachen.

Die Monaldi-Klinik in Neapel sieht dagegen noch eine Chance – wenn rechtzeitig ein neues Kinderherz gefunden wird. Ein Erwachsenenherz wäre für den kleinen Körper zu groß. Aktuell gibt es neue Hoffnung: Ein dreijähriger Junge ist in Italien an Leukämie gestorben, und seine Eltern stellen sein Herz zur Verfügung. Allerdings hat es eine andere Blutgruppe, sodass noch unklar ist, ob es für den Jungen in Neapel geeignet ist.

Europäische Dimension des Dramas

Der Fall zeigt die dramatische Lage der Organspende in Europa. Aktuell warten mehr als 13.000 Menschen dringend auf ein neues Organ. Allein in Deutschland stehen nach Angaben der Stiftung Organtransplantation über 1.100 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderherz. Wie viele Kinder darunter sind, ist nicht genau bekannt.

Als mögliche Zwischenlösung wird ein sogenanntes Berliner Herz diskutiert – eine Pumpe, die das Blut durch den Körper transportiert, bis ein Spenderherz gefunden wird. „Wenn alles gut läuft, kann ihn das retten“, erklärt Hakan Atintürk, Leiter der Kinderherzchirurgie der Universitätsklinik Gießen. „Man kann damit zwei Jahre überbrücken – wenn es keine Komplikationen gibt.“

Vor dem Krankenhaus in Neapel sammeln sich weiterhin Menschen, um für den „kleinen Krieger“ zu beten. Eine Botschaft an der Wand fasst die Stimmung zusammen: „Komm schon, kleiner Krieger: Du bist nicht allein.“

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