Carmen Brosius durchlebt einen Albtraum. Ihr neunjähriger Sohn Ben liegt in der Uniklinik Lübeck und kämpft um sein Leben. Der Junge war am Sonntag mit einer zehnjährigen Freundin in einem Waldstück bei Neu Krenzlin im Landkreis Parchim-Ludwigslust unterwegs, als vermutlich ein Böller in seiner Hand explodierte. Die genauen Umstände des Unglücks sind noch unklar. Rettungskräfte brachten das Mädchen mit Brandverletzungen ins Krankenhaus nach Schwerin, während Ben per Hubschrauber in die Uniklinik geflogen wurde.
Ben liegt noch im künstlichen Koma
Seit dem Unfall weicht Carmen Brosius nicht mehr von der Seite ihres Sohnes. Die Ärzte mussten dem kleinen Jungen beide Hände amputieren. Zudem verlor Ben durch die Explosion sein Augenlicht. Er liegt weiterhin im künstlichen Koma, damit seine Wunden heilen können. „Die Ärzte wollen beraten, wann sie Ben aus dem künstlichen Koma zurückholen“, erklärt Carmen Brosius im Gespräch mit dem Nordkurier. Ein positives Zeichen sei, dass er seit Mittwoch auf sie reagiere. „Wir hatten Angst, dass er auch sein Gehör verloren haben könnte“, so die Mutter.
Die schwierige Wahrheit
Einer der schlimmsten Momente steht Carmen Brosius jedoch noch bevor. „Ich weiß nicht, wie ich ihm das beibringen soll. Wie sagt man das einem Kind?“ An ihrer Seite sind neben dem Vater von Ben auch ein Seelsorger. „Dafür bin ich dankbar. Ich danke auch den Ärzten und dem Team in der Uniklinik Lübeck. So etwas habe ich noch nie erlebt. Sie gehen respektvoll mit Ben um und kümmern sich auch um mich. Wenn eine Pflegerin an sein Bett kommt, stellt sie sich vor und erklärt, was sie macht. Wenn ich kurz das Zimmer verlasse, schalten sie die Toniebox mit seiner Lieblingsgeschichte von Peterson und Findus ein.“
Spendenaktion gibt Kraft
Carmen Brosius weiß nicht, wie es weitergeht. „Ich hoffe immer, dass ich aus diesem Albtraum erwache“, sagt sie. Kraft gibt ihr die von Chris Hogrefe initiierte Spendensammlung. Der IT-Spezialist aus Heidesee, selbst Vater von zwei Mädchen und einer Pflegetochter, hat spontan auf der Spendenplattform GoFundMe eine Aktion zugunsten der Familie gestartet, um die alleinstehende Mutter finanziell zu unterstützen. Mittlerweile haben Spender bereits über 10.300 Euro (Stand: 22. April, 19 Uhr) zusammengetragen. „Es ist einfach schön zu sehen, dass so viele Menschen jetzt in Gedanken bei Ben sind und die schweren Stunden mit uns teilen“, sagt Carmen Brosius.



