Seit 25 Tagen hält der Buckelwal Timmy die Bucht vor der Insel Poel in Atem. Das gestrandete Meeressäugetier befindet sich weiterhin in der flachen Bucht und gibt Experten Rätsel auf. Wal-Experte Fabian Ritter von der Organisation „Wal- und Delfinschutz“ erläutert, was ein gestrandeter Wal benötigt und welche Szenarien für Timmy denkbar sind.
Die Situation von Timmy
Der junge Buckelwal wurde erstmals vor über drei Wochen in der Ostsee gesichtet und zog sich zunehmend in die flachen Gewässer vor Poel zurück. Seit Tag 1 beobachten Fachleute das Tier, das offenbar geschwächt ist und nicht mehr die Kraft hat, ins offene Meer zurückzukehren. „Ein gestrandeter Wal ist immer ein Notfall“, erklärt Ritter. „Die Tiere können durch die fehlende Auftriebskraft des Wassers inneren Schaden nehmen, und die Sonneneinstrahlung kann zu Verbrennungen führen.“
Was der Wal braucht
Laut Ritter benötigt Timmy vor allem eines: Ruhe. „Menschen, die ihm zu nahe kommen, verursachen Stress, der die Überlebenschancen verringert.“ Zudem sei es wichtig, dass der Wal nicht auf dem Trockenen liegt, sondern immer wieder Wasser über den Rücken bekommt, um die Haut feucht zu halten. Helfer vor Ort versuchen, das Tier mit Wasser zu versorgen und Neugierige fernzuhalten.
Mögliche Szenarien
Ritter zeichnet drei mögliche Verläufe: „Erstens: Timmy erholt sich und schwimmt bei Flut selbstständig zurück ins offene Meer. Zweitens: Er bleibt in der Bucht und verendet dort, was ein natürlicher, aber trauriger Prozess wäre. Drittens: Eine aufwendige Rettungsaktion mit speziellen Transportmitteln, die jedoch für einen Wal dieser Größe extrem riskant ist.“ Die Entscheidung über eine Rettung liege bei den Behörden, die täglich die Lage neu bewerten. „Bislang hoffen wir auf das Beste, bereiten uns aber auf alle Eventualitäten vor“, so Ritter abschließend.



