15 Jahre Pflegestützpunkt Pasewalk: Unabhängige Beratung bei allen Pflegefragen
15 Jahre Pflegestützpunkt Pasewalk: Hilfe bei Pflege

15 Jahre Pflegestützpunkt Pasewalk: Ein Leuchtturm der unabhängigen Pflegeberatung

Wenn ein Familienmitglied plötzlich pflegebedürftig wird, stehen Angehörige oft vor einer überwältigenden Herausforderung. In dieser emotional aufgeladenen Situation müssen zahlreiche wichtige Entscheidungen getroffen werden, während gleichzeitig der Zugang zu verlässlichen Informationen häufig erschwert ist. Genau hier setzt die Arbeit der Pflegestützpunkte an, deren erster Standort in Mecklenburg-Vorpommern vor 15 Jahren in Pasewalk eröffnet wurde.

Ein historischer Meilenstein der Pflegeberatung

Die Idee der Pflegestützpunkte wurde bereits im Jahr 2008 auf Bundesebene beschlossen. In Mecklenburg-Vorpommern erfolgte die Umsetzung am 31. März 2011, als die damalige Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) den ersten Pflegestützpunkt in Pasewalk feierlich eröffnete. „Unser Hauptziel war und ist es, eine unabhängige, kostenfreie und neutrale Beratung für alle gesetzlich Versicherten zu allen Fragen der Pflege anzubieten“, erklärt Peter Zander, der als erfahrener Pflegeberater im Pasewalker Stützpunkt tätig ist.

Das besondere Finanzierungsmodell sieht vor, dass der Pflegestützpunkt zu gleichen Teilen vom Landkreis Vorpommern-Greifswald und den Pflege- sowie Krankenkassen getragen wird. Diese Konstruktion gewährleistet die notwendige Neutralität und Unabhängigkeit der Beratung.

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Das kompetente Dreierteam mit umfassender Expertise

Das Beratungsteam in Pasewalk besteht aus drei erfahrenen Fachkräften: Neben Peter Zander arbeiten Maren Krüger als weitere Pflegeberaterin und Anne Zander als Sozialberaterin im Stützpunkt. Letztere Position ist besonders wichtig, da Pflege – ob im häuslichen Umfeld oder in einer Einrichtung – in den meisten Fällen erhebliche finanzielle Aspekte mit sich bringt.

„Leider kommen viele unserer Klienten erst nach der Antragstellung zu uns in die Beratung“, bedauert Anne Zander. „Idealerweise sollten Betroffene jedoch bereits vor der Antragstellung unseren Pflegestützpunkt aufsuchen. In vielen Köpfen herrscht noch die falsche Vorstellung, dass wir bewerten würden. Tatsächlich beraten wir ausschließlich – die Bewertung nimmt der medizinische Dienst vor.“

Umfassende Unterstützung von der Antragstellung bis zur Umsetzung

Das Leistungsspektrum des Pflegestützpunktes ist beeindruckend vielfältig: Die Berater helfen beim Ausfüllen von Pflegeanträgen, unterstützen bei der Erstellung von Widersprüchen, wenn Anträge auf Pflegegrade abgelehnt werden, und leisten Hilfe bei Anträgen auf Wohngeldzuschüsse. Ein besonderer Service sind die angebotenen Hausbesuche, die es ermöglichen, bedürftige Personen direkt in ihrer gewohnten Umgebung zu beraten.

Von 2021 bis 2025 führte der Pflegestützpunkt Pasewalk insgesamt etwa 10.577 Beratungen durch, darunter 1.067 Hausbesuche – alles kostenlos für die Ratsuchenden. Dies entspricht bis zu 2.500 Beratungen pro Jahr. Zusätzlich fanden regelmäßig Tage der offenen Tür und 45 Fachvorträge statt.

Exzellente Vernetzung und breites Netzwerk

Der Pflegestützpunkt fungiert als zentraler Ansprechpartner für 71 Nachbarschaftshilfen in der Region und unterhält exzellente Kontakte zu insgesamt 270 Netzwerkpartnern. Dazu gehört unter anderem die enge Zusammenarbeit mit dem Ärztenetzwerk Haffnet. „Ein weiterer großer Vorteil ist, dass wir die Betreuungsbehörden hier auf dem gleichen Flur haben“, informiert Maren Krüger über die optimale räumliche Vernetzung.

Die Beratung beginnt häufig mit grundlegenden Informationen zu Hauswirtschafts- oder Pflegediensten und reicht bis zur Unterstützung bei der Entscheidung für ein Pflegeheim. „Falls die Kosten für eine Einrichtung zu hoch erscheinen, können wir bei Bedürftigkeit Hilfe bei der Beantragung von Unterstützung leisten“, erläutert Anne Zander. Der Stützpunkt hält Listen von Institutionen bereit, die Kurzzeitpflege anbieten, vermittelt jedoch keine Plätze direkt.

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Die Angst vor dem Thema Pflege nehmen

Ein zentrales Anliegen des gesamten Teams ist es, Angehörigen die Angst vor dem komplexen Thema Pflege zu nehmen. Neben der praktischen Unterstützung bei allen pflegerischen Fragen bietet der Stützpunkt auch Beratung zu Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen an – bei letzteren allerdings ausschließlich in beratender Funktion.

Das 15-jährige Bestehen des Pflegestützpunktes Pasewalk am 13. April markiert nicht nur ein Jubiläum, sondern vor allem eine Erfolgsgeschichte unabhängiger, neutraler und kostenloser Pflegeberatung in Mecklenburg-Vorpommern.