Plötzlich beide Beine verloren: OP verändert Leben von Tierzüchterin Ursula schlagartig
Ursula Malingriaux hat trotz ihres schlimmen Schicksals den Lebensmut noch nicht verloren. Das Schicksal hat die vierfache Mutter nicht verschont: Erst nahm ihr die Wende den Job. Dann stellten die Ärzte eine schlimme Diagnose.
Jahrzehntelange Arbeit in der Landwirtschaft
Jahrzehntelang haben Ursula Malingriaux ihre beiden Beine überallhin getragen. Die Bertikowerin schuftete schwer in der Landwirtschaft und zog nebenher noch vier Kinder groß. Mit der Wende änderte sich ihr Leben das erste Mal auf Schlag. Die heute 74-Jährige verlor ihren Job im Rinderstall. Es folgten schlecht bezahlte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und kleinere Zuverdienste.
Schwere Diagnose und notwendige Amputation
Reich wurde sie davon nicht. Es reichte vielmehr kaum zum Leben. Kein Wunder, dass Ursula Malingriaux Angst hatte, als sie die zweite Hiobsbotschaft bekam: Die Ärzte stellten ihr nämlich eine schlimme Diagnose, die die sofortige Amputation ihrer Beine unumgänglich machte. Im Gespräch mit unserer Redakteurin ließ die zweifache Oma diesen schweren Moment im Video Revue passieren.
Ihr war da bereits klar, dass ihr Alltag nach dem Eingriff in der Klinik nicht mehr derselbe sein würde. Doch sie gab nicht auf. Dass die Seniorin heute wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft schaut, hat die schwerbehinderte Rentnerin nicht nur ihrer Familie zu verdanken, die sich aufopferungsvoll um sie kümmert. Nein, Mut gibt ihr ebenso das Team in ihrem neuen Zuhause.
Neues Zuhause im Seniorendorf
Seitdem sie im Prenzlauer Seniorendorf lebt, ist die Mittsiebzigerin sichtlich aufgeblüht, bestätigt ihr Umfeld. Sie fühlt sich wohl in ihrem kleinen Appartement. Auch wenn sie nicht unbedingt der Typ für Gesellschaftsspiele und andere Freizeitbeschäftigungen ist, weiß sie das gute Miteinander in der Wohnstätte zu schätzen. Einfach rundum versorgt am Fenster oder ab Frühjahr dann auf der Terrasse vor ihrem Haus zu sitzen, das ist für die ehemalige Rinderzüchterin ein ganz großes Glück.
Finanzielle Sicherheit durch staatliche Leistungen
Wider Erwarten könne sie sich die Unterbringung dank Rente, Pflegegeld und staatlichen Leistungen sogar leisten, sagte Ursula Malingriaux im Interview. Dass ihre Einkünfte dadurch reichen, hatte sie gar nicht zu träumen gewagt: „Mir geht es gut. Die Schwestern hier sind jetzt mein Beinersatz. Man darf sich eben nicht aufgeben.“
Struktur des Seniorendorfs
In dem 2017 eröffneten Seniorendorf in der Neustädter Feldmark leben aktuell 29 Frauen und Männer. 45 Plätze gibt es dort in zehn Häusern. Betreut werden die alten und/oder gehandicapten Menschen von 25 Mitarbeitern des ambulanten Pflegedienstes sab, dessen Leitung in Prenzlau Nancy Köpke hat. Die 43-Jährige ist froh, Schwerkranken wie Ursula Malingriaux wieder neuen Lebensmut geben zu können.
Die findet übrigens toll, dass es einen 24/7-Hausnotruf gibt: „Wenn was ist, kommt mir sofort jemand zu Hilfe. Das beruhigt ungemein.“ Diese Sicherheit und die Fürsorge des Pflegeteams geben der Tierzüchterin aus der Uckermark die Kraft, trotz ihrer schweren Behinderung positiv in die Zukunft zu blicken.



