Pflegeheim in Laatzen schließt kurzfristig: Fast 60 Senioren müssen ausziehen
Pflegeheim in Laatzen schließt: 60 Senioren müssen ausziehen

Pflegeheim in Laatzen schließt kurzfristig: Fast 60 Senioren müssen ausziehen

In Laatzen bei Hannover mussten knapp 60 pflegebedürftige Bewohnerinnen und Bewohner eines Pflegeheims innerhalb kürzester Zeit ihre Unterkunft verlassen. Die Heimaufsicht Hannover hatte die weitere Nutzung der Einrichtung untersagt, was zu einer überstürzten Räumung führte. Betroffene und Angehörige berichten von chaotischen Zuständen und mangelnder Kommunikation seitens der Heimleitung.

Nur 24 Stunden Vorbereitungszeit für die Räumung

Laut Berichten der Hannoverschen Allgemeinen und des NDR hatten die teils hochbetagten und pflegebedürftigen Menschen lediglich 24 Stunden Zeit, um ihre Zimmer zu räumen und eine neue Unterkunft zu finden. Eine betroffene Angehörige schilderte dem NDR gegenüber menschenunwürdige Zustände und kritisierte das Fehlen einer offiziellen Mitteilung der Hausleitung. Sie musste für ihre 95-jährige Mutter kurzfristig eine alternative Pflegeeinrichtung organisieren.

Betreiber Ambiente Care dementiert Insolvenzgerüchte

Der Betreiber des Heims, Ambiente Care, steht im Zentrum der Kontroverse. Medienberichten zufolge soll das Unternehmen insolvent sein und Mitarbeitern Monatsgehälter schulden. In einer Pressemitteilung vom Donnerstag dementierte Ambiente Care jedoch ausdrücklich die Gerüchte einer Insolvenz und betonte, dass die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiter nicht gekündigt worden seien. Das Unternehmen gab an, dass sich am Mittwoch noch 59 Bewohner in der Seniorenresidenz befunden hätten und im Tagesverlauf die notwendigen Verlegungen organisiert worden seien.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

In der Stellungnahme heißt es weiter: „Nach unserer Einschätzung wurde uns die Möglichkeit verwehrt, im Rahmen dieses Prozesses alle zur Verfügung stehenden Optionen zur Vermeidung von Verlegungen auszuschöpfen. Vor diesem Hintergrund waren auch unsere eigenen Handlungsspielräume entsprechend begrenzt.“ Zu weiteren Details wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

Heimaufsicht ordnete Schließung an

Die zuständige Heimaufsicht hatte die Schließung der Einrichtung angeordnet, was zur überstürzten Evakuierung führte. Die Auszüge der Bewohner wurden sowohl privat von Angehörigen als auch durch die Behörde organisiert. Bis etwa 21:30 Uhr konnten laut Unternehmensangaben alle Bewohner in andere Versorgungsstrukturen verlegt werden. Dennoch bleiben viele Fragen offen, insbesondere zur Kommunikation mit den Betroffenen und den langfristigen Folgen für die pflegebedürftigen Senioren.

Dieser Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Krisen in der Pflegebranche, in der bereits mehr als 1200 Einrichtungen insolvent oder geschlossen wurden. Die Situation in Laatzen unterstreicht die dringende Notwendigkeit für verbesserte Kontrollmechanismen und transparente Kommunikation in Pflegeeinrichtungen, um die Würde und Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration