Schwere Diagnose führt zur Beinamputation bei Tierzüchterin Ursula
Ursula Malingriaux, eine vierfache Mutter aus Bertikow in der Uckermark, hat ein bewegtes Leben hinter sich. Jahrzehntelang arbeitete die heute 74-Jährige hart in der Landwirtschaft und zog parallel vier Kinder groß. Ihre Beine trugen sie durch alle Lebenslagen – bis eine schwere medizinische Diagnose alles veränderte.
Zwei einschneidende Lebensereignisse prägten ihr Schicksal
Mit der politischen Wende verlor die Tierzüchterin zunächst ihren Arbeitsplatz im Rinderstall. Es folgten schlecht bezahlte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und kleine Zuverdienste, die kaum zum Leben reichten. Doch das war erst der Anfang ihrer Herausforderungen.
Die zweite Hiobsbotschaft traf sie noch härter: Ärzte stellten eine ernste Diagnose, die eine sofortige Amputation beider Beine unumgänglich machte. Im Gespräch mit Journalistin Claudia Marsal ließ die zweifache Großmutter diesen schweren Moment Revue passieren. Sie wusste bereits vor der Operation, dass ihr Alltag sich grundlegend verändern würde.
Neuanfang im Prenzlauer Seniorendorf gibt neue Perspektive
Doch Ursula Malingriaux gab nicht auf. Heute blickt die schwerbehinderte Rentnerin wieder zuversichtlicher in die Zukunft – dank ihrer Familie und dem Team im Seniorendorf Prenzlau, wo sie seit einiger Zeit lebt. Das 2017 eröffnete Wohnprojekt in der Neustädter Feldmark bietet 45 Plätze in zehn Häusern, aktuell bewohnt von 29 Frauen und Männern.
25 Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes sab unter Leitung von Nancy Köpke (43) kümmern sich um die alten und gehandicapten Bewohner. „Mir geht es gut“, sagt Ursula Malingriaux im Interview mit dem Nordkurier. „Die Schwestern hier sind jetzt mein Beinersatz. Man darf sich eben nicht aufgeben.“
Finanzielle Sicherheit und Rundumversorgung ermöglichen neuen Alltag
Wider Erwarten kann sich die Seniorin die Unterbringung dank Rente, Pflegegeld und staatlichen Leistungen leisten. „Das hatte ich gar nicht zu träumen gewagt“, gesteht sie. In ihrem kleinen Appartement fühlt sie sich wohl, schätzt das gute Miteinander und die Rundumversorgung.
Besonders beruhigend findet sie den 24/7-Hausnotruf: „Wenn was ist, kommt mir sofort jemand zu Hilfe. Das beruhigt ungemein.“ Ob am Fenster oder ab Frühjahr auf der Terrasse – für die ehemalige Rinderzüchterin sind diese kleinen Freiheiten heute ein großes Glück.
Ihr Umfeld bestätigt, dass die Mittsiebzigerin im Seniorendorf sichtlich aufgeblüht ist. Auch wenn sie nicht der Typ für Gesellschaftsspiele ist, weiß sie die Gemeinschaft zu schätzen. Ihr Lebensmut ist trotz der schweren Schicksalsschläge ungebrochen – ein beeindruckendes Beispiel für Resilienz im Alter.



