Zeckenabwehr: Sechs wirksame Maßnahmen gegen Blutsauger und Krankheiten
Zecken sind bei Naturliebhabern und Outdoor-Enthusiasten äußerst unbeliebt. Die kleinen Parasiten bedienen sich nicht nur an unserem Blut, sondern können bei einem Stich auch gefährliche Krankheitserreger übertragen. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko deutlich minimieren. Hier sind sechs grundlegende Tipps für einen umfassenden Schutz vor Zecken, Borreliose und der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Tipp 1: Die richtige Kleidung wählen
Ein weit verbreiteter Irrglaube besagt, dass Zecken von Bäumen fallen. Tatsächlich halten sie sich meist in einer Höhe von weniger als einem Meter im Gras, Gebüsch oder Unterholz auf, wie die Apothekerkammer Niedersachsen erklärt. Beim Vorbeigehen an Pflanzen können die Tiere leicht auf den Körper gelangen. Um dies zu verhindern, sollten Sie bei Ausflügen ins Grüne stets geschlossene Schuhe, lange Ärmel und Hosenbeine tragen. Besonders wichtig: Stecken Sie die Hosenbeine in die Socken, wenn Sie durch hohes Gras oder dichtes Unterholz wandern. Diese Empfehlung stammt vom Portal „Klima Mensch Gesundheit“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Zusätzlich hilft helle Kleidung, krabbelnde Zecken schneller zu erkennen.
Tipp 2: Insektenschutzmittel verwenden
Spezielle Insektenschutzmittel mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin bieten nicht nur Schutz vor Mücken, sondern halten auch Zecken effektiv fern. Je nach Produkt sollte der Schutz alle zwei bis vier Stunden erneuert werden, um eine durchgängige Wirkung zu gewährleisten. Diese Mittel sind eine sinnvolle Ergänzung zur passiven Kleidungsabwehr.
Tipp 3: Gründliche Körperkontrolle nach dem Aufenthalt im Freien
Nach jedem Ausflug in die Natur ist eine gründliche Untersuchung des Körpers unerlässlich. Zecken bevorzugen geschützte, feuchte Stellen mit dünner Haut. Dazu zählen unter anderem Achselhöhlen, der Bauchnabel, der Genitalbereich und die Kniekehlen. Bei Kindern sind besonders Kopf und Hals beliebte Andockstellen. Eine systematische Absuche reduziert das Risiko, dass eine Zecke unbemerkt bleibt und zusticht.
Tipp 4: Schnelle und korrekte Entfernung der Zecke
Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie umgehend entfernt werden. Je länger sie saugt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Borreliose-Erreger übertragen werden. FSME-Viren können dagegen bereits direkt beim Stich in den Körper gelangen. Ideal sind spezielle Hilfsmittel wie eine Zeckenkarte oder -zange. Alternativ eignen sich eine Pinzette oder im Notfall die eigenen Fingernägel. Wichtig: Fassen Sie die Zecke dicht an der Haut und ziehen Sie sie senkrecht heraus. Vermeiden Sie es, das Tier zu quetschen oder mit Öl oder Klebstoff zu beträufeln, da dies die Freisetzung infektiöser Körperflüssigkeiten begünstigen kann.
Tipp 5: Beobachtung der Einstichstelle
Nach der Entfernung sollte die Einstichstelle desinfiziert und fotografiert werden. Notieren Sie sich außerdem das Datum des Zeckenstichs. In den folgenden Tagen und Wochen ist es wichtig, die Haut regelmäßig auf Veränderungen zu überprüfen. Ein typisches Anzeichen für Borreliose ist eine kreisrunde Rötung, die sich ausbreitet und einen Durchmesser von bis zu 20 Zentimetern erreichen kann. Bei solchen Hautveränderungen, grippeähnlichen Symptomen, Kopfschmerzen oder Entzündungen ist ein Arztbesuch dringend erforderlich.
Tipp 6: FSME-Impfschutz überprüfen
FSME kann zu schweren Entzündungen von Gehirn und Hirnhäuten führen. In bestimmten Risikogebieten ist die Wahrscheinlichkeit, auf infizierte Zecken zu treffen, besonders hoch. Dazu gehören laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit Baden-Württemberg, Bayern, das südliche Hessen, das südöstliche Thüringen, Sachsen und das südöstliche Brandenburg. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine FSME-Schutzimpfung für alle, die in diesen Regionen leben oder ihren Urlaub verbringen und Zeckenstichen ausgesetzt sein könnten. Auch zu Beginn der Zeckensaison lohnt sich eine Impfung: Bereits 14 Tage nach der zweiten von drei Impfdosen besteht bei den meisten Menschen ein ausreichender Schutz für die aktuelle Saison.



