Die kanadische Schauspielerin Claire Brosseau (49) kämpft vor Gericht um das Recht auf assistierten Suizid. Obwohl sie körperlich gesund ist, leidet sie nach eigenen Angaben seit Jahren unter schweren psychischen Erkrankungen. Seit Monaten verlässt sie ihr Zuhause in Toronto nicht mehr. Sie leide an schweren bipolaren und posttraumatischen Störungen, wie sie vor dem Oberen Gericht der Provinz Ontario schilderte.
Mehrere Suizidversuche scheiterten
Brosseau, die unter anderem mit „Spider-Man“-Star James Franco vor der Kamera stand, erklärte, sie sehe sich gezwungen, assistierten Suizid in Anspruch zu nehmen. Frühere Versuche, ihr Leben zu beenden, seien gescheitert. „Es ist unerträglich. Jeden Morgen, wenn ich aufwache, glaube ich nicht, dass ich den Tag überstehen werde“, sagte sie laut der „Canadian Press“. Ihr Anwalt Michael Fenrick betonte, es handle sich um ein außergewöhnliches Rechtsmittel für eine außergewöhnliche Situation. Er hoffe auf einen weiteren Gerichtstermin noch vor dem Sommer.
Familie ringt mit dem Vorhaben
Brosseaus Eltern und ihre Schwester reagierten entsetzt, als sie von ihren Plänen erfuhren. „Ich war wütend. Ich habe es wirklich als Aufgeben gesehen“, sagte ihre Schwester Melissa der „Times“. Ihre Mutter Mary erklärte: „Keine Mutter möchte ihr Kind vor sich verlieren, aber keine Mutter möchte unglaubliches Leid sehen.“ Brosseau selbst argumentiert, dass das bestehende Gesetz psychisch Kranke ausschließe, obwohl Kanada eines der liberalsten Sterbehilfegesetze der Welt hat.
Psychiater äußern Zweifel
Einer von Brosseaus zwei Psychiatern, Dr. Mark Fefergrad, äußerte Bedenken: „Ich glaube, sie kann gesund werden. Ich denke nicht, dass assistierter Suizid die beste oder einzige Wahl für sie ist.“ Ihre andere Psychiaterin, Dr. Gail Robinson, sagte: „Ich würde mir wünschen, dass sie ihre Meinung ändert. Ich hoffe, dass sie das nicht tun muss. Aber ich werde sie unterstützen.“ Bereits mit acht Jahren schrieb Brosseau in ihr Hello-Kitty-Tagebuch, sie hoffe zu sterben. Als Jugendliche saß sie auf Bahngleisen und dachte, es wäre besser, nicht mehr da zu sein. In einem offenen Brief erklärte sie, sie habe mehr als zwei Dutzend Medikamente, verschiedene Therapien und Elektrokrampftherapie erfolglos ausprobiert.



