Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass auf sozialen Medien wie TikTok häufig falsche Informationen über psychische Erkrankungen verbreitet werden. Besonders betroffen sind Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Autismus und Narzissmus. Die Forscher warnen davor, dass diese Fehldarstellungen das Leiden der Betroffenen bagatellisieren und zu Missverständnissen in der Gesellschaft führen können.
Studie untersucht TikTok-Videos
Das Forschungsteam analysierte Hunderte von Videos auf der Plattform TikTok, die sich mit psychischen Störungen befassen. Dabei stellte sich heraus, dass nur ein geringer Anteil der Inhalte medizinisch korrekt war. Viele Videos vermittelten vereinfachte oder irreführende Botschaften, die nicht den klinischen Kriterien entsprechen. Besonders häufig wurden Symptome von ADHS verharmlost oder als normale Verhaltensweisen dargestellt.
Interview mit einem der Forscher
Im Interview mit dem SPIEGEL erklärte einer der Studienautoren: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass TikTok oft ein verzerrtes Bild von psychischen Erkrankungen zeichnet. Besonders über ADHS wird viel Falsches erzählt. Typische Symptome wie Unaufmerksamkeit oder Impulsivität werden als charmante Eigenheiten dargestellt, dabei können sie für die Betroffenen eine erhebliche Belastung darstellen.“
Der Forscher betonte, dass dies das Leid der Patienten bagatellisiere und dazu führe, dass ernsthafte Erkrankungen nicht ernst genommen würden. „Es ist wichtig, dass Menschen, die sich informieren möchten, auf vertrauenswürdige Quellen zurückgreifen und nicht auf unterhaltsame, aber fachlich falsche Inhalte.“
Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung
Die Studie unterstreicht die Gefahr von Fehlinformationen in sozialen Medien. Viele Nutzer vertrauen auf die Inhalte, die sie auf Plattformen wie TikTok sehen, und übernehmen diese unkritisch. Dies kann zu einer Verzerrung der öffentlichen Wahrnehmung psychischer Erkrankungen führen und Stigmatisierung verstärken. Die Forscher fordern daher mehr Aufklärung und strengere Richtlinien für medizinische Inhalte auf Social Media.



