Historisches Riemerschmid-Atelierhaus in Gauting wird verschenkt – Kosten für Abbau und Transport
Riemerschmid-Haus verschenkt – Abbau und Transport kosten

Ein historisches Atelierhaus des renommierten Architekten Richard Riemerschmid in Gauting (Landkreis Starnberg) wird verschenkt. Doch das Angebot hat einen Haken: Die neuen Besitzer müssen das knapp 200 Quadratmeter große Gebäude selbst abbauen, transportieren und an einem anderen Standort wieder aufbauen. Das Grundstück bleibt beim Verkäufer und wird separat verkauft.

Hintergrund des ungewöhnlichen Angebots

Zwei Schwestern haben das Anwesen geerbt und sehen sich mit hohen Erbschaftssteuern konfrontiert. Um diese begleichen zu können, müssen sie das Grundstück verkaufen. Ein Verkauf des Hauses im Bestand scheiterte jedoch, da die denkmalgeschützte Villa das Baurecht blockiert. Ein Neubau nebenan wäre nur in sehr kleiner Form möglich. Die Lösung: Das Haus wird verschenkt, muss aber an einen neuen Standort verlegt werden.

Kosten für den neuen Besitzer

Obwohl das Haus selbst kostenlos ist, fallen für den Abnehmer erhebliche Kosten an. Nach Schätzung des Maklerunternehmens Immovision betragen die Kosten für Abbau und Transport rund 50.000 Euro. Hinzu kommen Ausgaben für ein neues Fundament sowie Wasser- und Stromanschlüsse, die mit 100.000 bis 150.000 Euro veranschlagt werden. Trotz dieser Zusatzkosten sei das Angebot immer noch günstiger als ein Neubau, so Makler Oliver Herbst.

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Denkmalschutzauflagen

Die Auflage des Denkmalschutzes sieht vor, dass das historische Gebäude fachgerecht abgebaut und an einem geeigneten Ort wieder aufgebaut werden muss. Eine bloße Einlagerung der Baumaterialien ist nicht erlaubt. Der Denkmalschutz wird den Wiederaufbau überprüfen. Interessenten benötigen ein Grundstück mit Baurecht für die entsprechende Größe.

Architektonische Bedeutung

Richard Riemerschmid, ein bedeutender Vertreter des Jugendstils, entwarf das Atelierhaus im Jahr 1928. Es zeichnet sich durch klare Formen, natürliche Materialien wie Holz und eine Holzständerbauweise aus. Helle Räume mit Blickachsen in die Natur prägen das Gebäude, das bewohnbar ist und als Zeitzeuge der Münchner Architekturgeschichte gilt.

Bereits 30 Interessenten

Obwohl das Angebot bisher nur einem begrenzten Kundenkreis vorgestellt wurde, haben sich bereits rund 30 Interessenten gemeldet. Eine mögliche Nutzungsidee ist der Aufbau der Villa im Garten eines Schlosses, das als Eventlocation dient. Makler Herbst betont, dass das Denkmalamt sich freue, weil das Haus so einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann und nicht hinter einer Hecke verfällt. Die Schwestern können durch den Grundstücksverkauf die Erbschaftssteuer bezahlen – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

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