Kölner Rosenmontagszug startet mit politischen Persiflagen und Solidaritätsbekundungen
Kölner Rosenmontagszug startet mit politischen Persiflagen

Kölner Rosenmontagszug startet mit politischen Persiflagen und Solidaritätsbekundungen

In Köln hat sich am Vormittag der größte deutsche Rosenmontagszug in Bewegung gesetzt. Passend zum Start brach die Sonne durch die Wolken – ein willkommener Kontrast zum Schneefall am Vorabend. Der traditionelle Höhepunkt des Straßenkarnevals lockt mit einer beeindruckenden Menge von Süßigkeiten, die unter den Zuschauern verteilt werden sollen.

Politische Persiflagen im Fokus

Die Persiflagewagen zeigen dieses Jahr eine Vielzahl politischer Themen. Ein Wagen stellt US-Präsident Donald Trump dar, dessen Gesäß mit Küssen von Figuren wie „Merz“, „Macron“ und „Nato“ übersät ist. Auf einem anderen Wagen ist eine blaue AfD-Schlange zu sehen, die im Stil der Python Kaa aus dem „Dschungelbuch“ einen deutschen Michel umschlingt.

Weitere Wagen behandeln die grausame Niederschlagung der Proteste im Iran, die globale Aufrüstung und die Künstliche Intelligenz. Auch die Streitereien zwischen Union und SPD in der Bundesregierung werden persifliert – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) sind in Sadomaso-Outfits zu sehen, wie sie sich gegenseitig Schmerzen bereiten.

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Solidarität mit Wagenbauer Jacques Tilly

Der ukrainische Hilfsverein Blau-Gelbes-Kreuz hält Plakate mit Putin-Motiven hoch. Dies ist als Zeichen der Solidarität mit dem Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly gemeint, der in Russland strafrechtlich verfolgt wird. Auch der Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn solidarisiert sich mit dem Spruch „Met all sin Tilly“.

300 Tonnen Süßigkeiten und mehr

Die etwa 11.500 Teilnehmer des Kölner Rosenmontagszugs verteilen insgesamt 300 Tonnen Süßigkeiten, 300.000 Blumensträuße sowie Tausende Stoffpuppen und kleine Präsente. Das Wurfmaterial wird von den einzelnen Zugteilnehmern selbst bezahlt, was die große Gemeinschaftsleistung unterstreicht.

Organisatorische Herausforderungen und Sicherheit

Zugleiter Marc Michelske erklärte der Deutschen Presse-Agentur, dass der Schneefall am Sonntagabend kein Problem darstellte, da der Schnee inzwischen weggeschmolzen sei. „Jetzt ist es nass – auch okay, alles gut“, so seine entspannte Einschätzung.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) betonte gegenüber der dpa, dass ein Tag wie dieser einerseits wunderschön und toll sei, andererseits aber auch immer mit großen Risiken verbunden sei. „Und deswegen für die Polizei wahnsinnig anstrengend“, fügte er hinzu. Dass er in Köln im Zug mitfahre und nicht in Düsseldorf, begründete er damit, dass Köln ein kleines bisschen näher an seinem Heimatort liege.

Der Rosenmontagszug in Köln bleibt damit nicht nur ein Fest der Freude und des Brauchtums, sondern auch eine Plattform für politische Kommentare und Solidaritätsbekundungen, die das bunte Treiben mit gesellschaftlicher Relevanz füllen.

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