Mainzer Rosenmontagszug 2026: Trump zerdrückt Freiheitsstatue, Merz in Seenot
Mainzer Rosenmontagszug: Trump, Merz und Pistorius als Figuren

Mainzer Rosenmontagszug 2026: Politische Satire auf Motivwagen

Der Mainzer Rosenmontagszug 2026 präsentiert sich mit elf Motivwagen, die aktuelle politische Themen auf humorvolle Weise aufs Korn nehmen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird in einem schwarz-roten Boot dargestellt, das in rauer See voll Wasser läuft und zu sinken droht. Zwei Säcke mit "Versprechern und Versprechungen" beschweren das Boot, während Angela Merkel (CDU) als Seeungeheuer mit einem Dreizack hineinsticht.

Trump, Pistorius und fehlende Figuren

Neben Merz sind auch US-Präsident Donald Trump und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) als übergroße Figuren auf den Wagen zu sehen. Trump tanzt und zerdrückt dabei die Freiheitsstatue, während Pistorius mit Pfeil und Bogen auf heranfliegende Drohnen schießt. Der russische Präsident Wladimir Putin fehlt in diesem Jahr, da der Krieg in der Ukraine in den vergangenen Jahren bereits mehrfach thematisiert wurde und Redundanz vermieden werden soll.

Ein Sprecher des Kreativkreises des Mainzer Carneval-Vereins (MCV) erklärte, dass man mit Trump allein den gesamten Zug hätte ausstatten können. Die Entscheidungen für die Figuren fallen bereits im Herbst des Vorjahres, weshalb aktuelle Entwicklungen wie die Anklage gegen den Karnevalswagenbauer Jacques Tilly nicht berücksichtigt werden konnten.

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Weitere politische und regionale Themen

Andere bundespolitische Motive umfassen die wachsende Bereitschaft, rechtsextrem zu wählen, dargestellt durch verschiedene Hunderassen, sowie die Aktivrente, symbolisiert durch einen Senior am Kampfrollator. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fährt mit Bier, Fleischbergen und "Worscht gegen Wokeness" mit. Social Media und deren potenzielle Gefahren für junge Menschen werden mit der Schlange Kaa und Mogli aus dem Dschungelbuch aufgegriffen.

Die Ampel-Landesregierung wird für das neue Bestattungsgesetz kritisiert, das als modernstes in Deutschland gilt. Ein närrischer Vorschlag zeigt, wie eine Urne in eine Konfetti-Kanone gekippt und während des Zuges ausgebracht wird. Regionale Themen wie die Umsiedlung von Flamingos aus dem Stadtpark und zahlreiche Baustellen in Mainz runden die Motivwagen ab.

Neue Effekte und organisatorische Details

Besondere Effekte wie der sich drehende Trump, Blitze aus einer von Pistorius abgeschossenen Drohne und blinkende Ampeln im Mainzer Stadtbild sind neu in diesem Jahr. Die zwölf Wagen können bereits am Sonntag vor dem Rosenmontag in der Innenstadt besichtigt werden, bevor sie sich auf die etwa 7,2 Kilometer lange Strecke begeben.

Das Motto des Zuges lautet "Die Hofsänger im Gold'nen Mainz seit 100 Jahr'n die Nummer 1", was sich auf das 100-jährige Jubiläum des 1926 gegründeten Männerchors bezieht. Erwartet werden rund 600.000 Besucher, mit 120 Nummern und etwa 9.250 Teilnehmern. Die Kosten für sechs Motivwagen trägt der MCV, während die anderen fünf erstmals von den 40 Vereinen der Mainzer Fastnacht mit etwa 90.000 Euro finanziert wurden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf eine hohe sechsstellige Summe.

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